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Kirchenrevolte im pietistischen Schwaben. Mahler meint am 8.1.2018

Die Konservativen in der Württembergischen Landeskirche sind stolz darauf. Sie haben verhindert, dass im Schwabenland gleichgeschlechtliche Paare in der Kirche den Segen Gottes empfangen dürfen. Weder Trauung noch Segenshandlung für Schwule und Lesben – damit ist die Württembergische Landeskirche trauriges Schlusslicht in Deutschland.
 
Doch jetzt formiert sich der Widerstand gegen den Synoden-Beschluss von Ende November 2017. Landesbischof Ottfried July wollte es den Kirchengemeinden überlassen, ob sie gleichgeschlechtliche Paare segnen wollen oder nicht. Was die Synode mit knapper Mehrheit gekippt hatte, das hebeln 40 von 50 Prälaten in Württemberg jetzt aus. In Ulm hat es begonnen – und es zieht Kreise. Stuttgart, Heilbronn und Reutlingen ziehen nach. Die Stuttgarter Zeitung titelt in Ihrer Wochenendausgabe „Kirchenrevolte“.
 
Wie soll man das bewerten? Dier mittlere Führungsebene begehrt gegen das Parlament, also gegen die Kirchenleitung, auf. Ist das etwa undemokratisch? Ich meine nein. Denn die Synode vertritt mit dieser Entscheidung, den Homosexuellen die Segnung zu verweigern, gerade mal 20% der Basis. 40 von 50 Prälaten – das spricht eine deutliche Sprache.
 
Es wird Zeit, dass die ewig Gestrigen in der Kirche zum Umdenken bewegt werden. Anderenfalls ist die Kirche für weite Kreise der Bevölkerung weder glaubwürdig noch relevant.
 
 

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