Keiner muss alleine bleiben.

Viele ältere Menschen waren an Weihnachten allein. Kontaktsperren, Einschränkungen des Reiseverkehrs, es gibt viele Gründe für die Einsamkeit zu Weihnachten. Auch in Italien gelten wegen der Corona-Pandemie strenge Reise- und Ausgangsbeschränkungen über Weihnachten und Neujahr bis Anfang Januar. Papst Franziskus hatte vor den Feiertagen daran erinnert, an Weihnachten auch an die Kranken und Einsamen zu denken. Ein Anruf genüge schon.

Ein 94jähriger Italiener nahm das Papst-Wort ernst. Wie die Deutsche Presseagentur meldet, griff der Senior aus Alto Terme nahe Bologna zur Selbsthilfe. Ein Anruf genügt schon? dachte er sich wohl und wählte kurzerhand die Nummer des Notrufs der Polizei. Auf die Frage, was ihm fehle, antwortete er: „Nichts. Mir fehlt nur eine Person, mit der ich anstoßen kann“ sagte der Rentner den verblüfften Carabinieri. „Hätten sie nicht einen Beamten, der mal eben für 10 Minuten vorbeikommen kann?“

Der 94jährige Italiener sitzt in der typischen Corona-Rentner-Falle. Seine Kinder wohnen weit entfernt und konnten zu Weihnachten nicht anreisen.

Was dann folgte, ist wohl typisch italienisch-unbürokratisch: Kurze Zeit nach dem Anruf kamen tatsächlich zwei Polizeibeamte vorbei, um mit dem Rentner auf ein frohes Weihnachtsfest anzustoßen. Dem Pressebericht ist ein Foto beigefügt, das den Rentner mit zwei Beamten zeigt. Sie prosten einander zu. Ob der Polizeieinsatz kostenpflichtig war, ist dem Bericht nicht zu entnehmen. Da wir uns in Italien befinden, gehe ich nicht davon aus. Ob das hier bei uns auch so möglich gewesen wäre?

Keiner muss alleine bleiben.
Keiner muss alleine bleiben. bewerten:
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
4,75 von 5 Punkten, basierend auf 4 abgegebenen Stimmen.
Loading...