Kein Syrien ohne Putin

Diese Überraschung ist Vladimir Putin gelungen. Der Teilabzug der russischen Truppen aus Syrien hat nun wirklich alle überrascht. Seitdem rätselt die Weltöffentlichkeit: Welche Ziele hat Putin wirklich verfolgt mit seinem Einsatz im Bürgerkriegsland?

 

Wollte er seinen Freund Assad stützen? Wohl kaum. In geostrategischen Fragen vom Kaliber einer Weltordnung hat Freundschaft keinen Platz. Wollte er mit der westlichen Allianz den IS bekämpfen? Dazu hätte er allen Grund, denn auch auf dem Territorium der Staaten im Einflussbereich Russlands kämpfen fanatische islamische Terroristen im sogenannten Jihad.

 

Das vordringlichste Ziel Russlands in Syrien war und ist Machtdemonstration oder, wenn man so will, auch Rache. Putin, von der Staatengemeinschaft weitgehend isoliert, hat sich lautstark zurück gemeldet. Er hat militärische Stärke demonstriert, neue Waffensysteme getestet und dem Rest der Welt klar gemacht: ohne Russland gibt es keine Neuordnung in Syrien, keinen wirksamen Kampf gegen die Bedrohung durch den IS und auch kein Abebben der Flüchtlingsströme in Richtung Europa. Das Ernstnehmen –müssen der Weltmacht Russlands hat sich Putin erbombt.

 

Und das mitten in den Friedensverhandlungen für Syrien. Da bleiben vermutlich viele Fragen offen, ein davon ist, ob ein Syrien nach Assad – und danach sieht es jetzt aus – noch instabiler sein wird als zuvor. Wir werden sehen – aber eines ist schon jetzt klar: ohne russische Beteiligung wird es keine politische Neuordnung in Syrien geben.

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