Jeder Mensch hat das Recht auf ein würdiges Sterben.

Mahler meint am 02.07.2015
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Heute wird im Bundestag debattiert. Über die Sterbehilfe. Vier Gesetzentwürfe stehen zur Auswahl: Von der völligen Freigabe der Sterbehilfe unter Ausschluss kommerzieller Interessen bis zum völligen Verbot ohne Ausnahme reicht die Skala. Und die Weisheit liegt sicherlich dazwischen. In dem Entwurf, der es Ärzten erlaubt, unter strengen Prüfkriterien wie etwa der Einberufung eines Ethik-Komitees dem Todkranken beim Sterben behilflich zu sein. Ich meine, genau da gehört das Thema auch hin. In das Vertrauensverhältnis von Arzt und Patient. Genau genommen ist da auch schon. Denn auch jetzt schon – ohne gesetzliche Regelung – darf der Arzt grausame Schmerzen lindern, selbst wenn dadurch eine Verkürzung des Lebens billigend in Kauf genommen werden muss.
Aus eigener leidvoller Erfahrung weiß ich, wie wichtig das Zusammenspiel von Verwandten, dem erklärten Willen des Patienten und medizinischem Personal ist. Ganz egal, wie die Debatte heute ausgeht: schreiben sie jetzt, zu Lebzeiten und bitte relativ früh eine Patientenverfügung und schließen sie eine Vorsorgevollmacht ab. Und – so weit es an Ihnen liegt – schauen sie nach dem Familienfrieden. Nichts ist entwürdigender und erbärmlicher, als wenn nahe Verwandte in der Klinik um das Leben und Sterben eines Todkranken feilschen. Jeder Mensch hat das Recht auf ein menschenwürdiges Sterben. Das sollte auch die Diskussionen im Bundestag leiten.
 
 

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