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In der Schule wird Politik gemacht. Mahler meint am 10.10.2018

160203_Mahlermeint_bannerEins zwei drei vier fünf sechs sieben, in der Schule wird geschrieben, in der Schule wird gelacht, bis der Lehrer pitsch patsch macht. Wenn der Lehrer nicht pitsch patsch macht, sondern sich abfällig über Donald Trump oder gar die AfD äußert, dann hört der Spaß allerdings auf. Dann hagelt es Anzeigen. In Hamburg existieren sie bereits, in Baden-Württemberg sollen sie eingeführt werden: Online-Plattformen, auf denen man die Lehrkräfte denunzieren kann – auch anonym.
Shitstorm war gestern. Heute soll man nach dem Willen der Rechtsaußen hemmungslos Lehrer an den Pranger stellen dürfen, die es wagen, Haltung zu haben. Ich weiß, es gibt das Neutralitätsgebot für den Unterricht. Wie das allerdings im Geschichts- und Gemeinschaftskundeunterricht zu 100% umgesetzt werden soll, konnte mir noch keiner erklären. Der Vorsitzende der Kultusministerkonferenz Helmut Holter kommt aus Thüringen und gehört der Linkspartei an. „Alle Alarmglocken sollten in uns läuten, wenn eine Partei das Anschwärzen von Lehrern und deren Überwachung zu adäquaten Mitteln ihres Handelns erklärt. Gerade für die Menschen in Ostdeutschland ist das ein No-Go, denn sie haben sich 1989 von Überwachung und Denunziation befreit.“ Mahler meint: Belassen wir es doch einfach bei der Dienstaufsichtsbeschwerde. Der Radikalenerlass von 1972 hat genug Unheil angerichtet. Eine neue Regelanfrage würde heute vor allem die treffen, die um Denunzianten werben: die AfD selbst.

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