In der Konsum-Umwelt-Falle.

Ich soll ein neues Auto kaufen, um die Wirtschaft anzukurbeln. Aber ich soll es nicht benutzen. Stattdessen soll ich für alle kürzeren Fahrten das Rad verwenden. Die Städte sollen dafür mit Pop-up Radspuren versehen werden. Inzwischen knüllen sich Radfahrer, Fußgänger und Autos auf den immer knapper werdenden Verkehrsflächen. Und den ÖPVN soll ich auch unterstüt-zen, indem ich mehr Bus und Bahn fahre. Und die Lufthansa sollte ich auch nicht vergessen.

Eigentlich soll ich auch wieder mehr Klamotten und Elektronik kaufen, um den Handel zu stüt-zen. Andererseits ist der Wahnsinn der Billigkleidung und die Millionen Tonnen Elektronik-Schrott das, was unseren Planeten nachhaltig kaputt macht. Also: möglichst 2nd Hand Klei-dung kaufen, die vorhandene auftragen und Handys so lange wie irgend möglich verwenden. Vor allen Dingen reparaturfreundliche Fair-Phones. Auf den alten läuft aber die Corona-App nicht.

Ich soll die Gastronomie stützen, auch das Steakhaus meines Vertrauens. Gleichzeitig soll ich den Fleischkonsum drastisch einschränken, um Treibhausgase zu verringern und der Massen-tierhaltung den Kampf anzusagen.

Ich sitze in der Falle. Ich kann nicht gleichzeitig ein guter Konsument und ein Bewahrer der Umwelt sein. Genau deshalb kommen wir um ein Umdenken in Fragen des Konsums und der Wirtschaft nicht herum. Die wenigen guten – aber erzwungenen – Ansätze aus der Krise sollen in der Nachcorona-Zeit wieder zunichte gemacht werden. Um die Airlines und die Konzerne zu retten. Ja was denn jetzt?

In der Konsum-Umwelt-Falle.
In der Konsum-Umwelt-Falle. bewerten:
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
18,00 von 5 Punkten, basierend auf 2 abgegebenen Stimmen.
Loading...