Idealisten, keine Schulschwänzer. Mahler meint am 29.3.2019

160203_Mahlermeint_bannerUnd wieder ein Friday for Future. Heute ein ganz Besonderer – Superstar Greta Thunberg ist in Berlin. Um 10 startet der Protestmarsch am Invalidenpark, um 13:00 spricht Greta vor dem Brandenburger Tor. Inzwischen hat die Nachdenklichkeit die Oberhand gewonnen und die bequemen Erwachsenen, die nichts an ihrem Lebensstil ändern wollen, sind leiser geworden. Das kann man durchaus auch an Fakten festmachen. Die Universität Konstanz und einige andere Institutionen haben eine groß angelegte Untersuchung durchgeführt. Hier ein paar Ergebnisse: Die Demonstrantinnen sind zwischen 11 und 27 Jahre alt. Durchschnitt: 16. Und es sind wirklich überwiegend Demonstrantinnen: 64% derer, die am freitags auf die Straße gehen, sind weiblich. Mehr als die Hälfte wollen dauerhaft auf Flugreisen verzichten, Kreuzfahrten wurden leider nicht abgefragt. Und auch eine deutliche Mehrheit übt sich im Verzicht auf Plastik, soweit es geht. Und: 80% derer, die die Untätigkeit verdammen in Sachen Klimawandel sind bereit, Nachteile für ihren Protest in Kauf zu nehmen: Strafarbeiten, Nachsitzen, im äußersten Fall sogar eine Verurteilung vor Gericht. Nein, das sind keine Schulschwänzer, die auf der Straße Party machen. Das sind junge Leute, die nicht tatenlos zusehen wollen, wie ihnen die Zukunft geraubt wird. Ich lese gerade die Bücher von Maja Lunde „Die Geschichte der Bienen“ und „Die Geschichte des Wassers.“ Realistisch erscheinende Zukunftsszenarien, die eintreten werden, wenn es keine Bienen zum Bestäuben der Pflanzen und kein sauberes Wasser mehr gibt. Mir ist klar geworden, dass die Radikalität der jungen Leute sein muss und dass sie uns den Spiegel vorhalten. Ich bin 65. In 60 Tagen gehe ich in den Ruhestand. Mir ist ein Leben im Luxus und mit allen Annehmlichkeiten vergönnt. Aber nicht nur auf Kosten der sogenannten 3. Welt, sondern auch auf Kosten meiner Kinder und Enkel, die ich über alles liebe. Ich schäme mich. Und schmeiße den Satz auf den Müll, den ich ein Leben lang gepredigt habe: „Was nützt die ganze Erziehung, sie machen uns ja doch alles nach.“ Nein, tun sie nicht. Gott sei Dank. Der Weg, den wir ihnen vorgelebt hat, führt geradewegs ins Verderben. Ich schäme mich. Und sage: geht euren Weg und zeigt es uns. Verbrennt unsere Kreuzfahrt- und Flugtickets. Werdet laut und unangenehm. Vielleicht ist es ja doch noch nicht zu spät.

Idealisten, keine Schulschwänzer. Mahler meint am 29.3.2019
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