Ich sammle Farben für den Winter.

Das Wochenende brachte so einen richtigen Energieschub. Am Samstag Radeln durch Weinberge und am Fluss entlang, am Sonntag Gottesdienst, anschließend in die Kunstaus-stellung einer Freundin die Malerin ist und im Anschluss Essen, Trinken, Klönen mit Freundinnen und Freunden im wunderschönen Garten der Künstlerin.

Ich habe alles begierig in mich aufgesogen und versucht, Eindrücke, Bilder, Gerüche, Worte und Gefühle in mir zu speichern.

Bald kommt der Winter. Ein Winter, vor dem viele sich fürchten, nicht nur die Gastwirte. Wie gut, wenn man dann ein inneres Reservoir hat, von dem man zehren kann. Ich dachte immer wieder an das Lieblingsbilderbuch meiner Kinder. Die Maus Frederick sammelt keine Vorräte für den Winter. Als die anderen Mäuse Frederick zur Rede stellen und ihn tadeln, weil er faul ist, sagt Frederick: ich sammle Farben für den Winter. Wenn alles grau und leer ist, hole ich die Farben heraus und erzähle euch davon. Für die kalten Tage habe ich Sonnenstrahlen gesammelt und für die stummen Momente Worte.

Frederick hat einen großen Schatz in sich angelegt. Ich kann ihnen nur empfehlen, es ihm gleichzutun. In einer Zeit, in der wir Erinnerungen an einen warmen Sommer nur noch im Smartphone gespeichert haben ist es umso wichtiger, Bilder, Worte und Wärme im Un-terbewusstsein zu horten. Seien sie sicher: zur rechten Zeit werden diese Schätze an die Oberfläche kommen und ihnen gut tun. Für mich ist der Herbst mit seinem weichen Licht eine wahre Fundgrube. Am Wochenende habe ich gesammelt – und es kommen ja noch viele schöne Tage …

Ich sammle Farben für den Winter.
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