Homeschooling.

Jetzt durfte ich es auch mal am eigenen Leib erfahren. Für gestern bat mich meine Tochter, ihren ältesten Sohn Nick, 12, beim Homeschooling zu beaufsichtigen. Der 2.älteste Paul, 10, kann täglich zur Schule gehen. Die Zwillinge, Jule und Felix gehen seit drei Wochen ganz regu-lär zum Waldkindergarten. Meine Tochter arbeitet als Schulbetreuerin mit einem gehandicap-ten Jungen.

Auf dem Weg zu meinem Einsatz, 35 Kilometer vom Heimatort entfernt, ruft mich meine Toch-ter an. Ihr zu Betreuender hat seit letzten Freitag Erkältungssymtome, das Ergebnis des Covid 19-Tests ist nicht wie versprochen bis gestern früh angekommen. Sie muss also heute zu Hause bleiben. Mein Kommen wäre nicht nötig gewesen. Ich bin trotzdem weitergefahren und habe versucht, Nicks Computer zu reparieren. Seit Wochen nutzt er fürs Homeschooling Mamas MacBook.

Was ich bisher nur aus den Medien kannte, habe ich jetzt einmal hautnah erlebt. Corona-Chaos in der Familie, obwohl meine Tochter in einem sogenannten systemrelevanten Beruf arbeitet.

Die Meldung, die ich gestern in der Zeitung las, setzt dem ganzen noch die Krone auf: Re-fendare und befristet eingesetzte Lehrkräfte beklagen, dass sie auch im Corona-Jahr ab dem letzten Schultag vor den Sommerferien kein Geld mehr bekommen. Ihr Vertrag endet – und wird gegebenfalls fürs neue Schuljahr neu abgeschlossen. Ein Skandal meine ich – es genügt eben nicht, denen, die in der Krise außergewöhnliches leisten, Beifall zu klatschen.

Homeschooling.
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