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Himmel hilf! Mahler meint am 9.5.2018

160203_Mahlermeint_bannerBisher konnte man unter zwei gegensätzlichen Varianten die wählen, die einem besser gefiel. Ging es um die Praxis vor Ort pflegten Katholiken zu sagen: „Rom ist weit“ und machten was sie wollten. Steckte man dagegen in Lehrmeinungen fest, galt das Gegenteil: Rom wird’s schon richten. Doch der allmächtige Papst bockt nun auch in dieser Disziplin.

Kurz vor dem Katholikentag in Deutschland kocht der Streit hoch, ob man die heilige Kommunion – zu deutsch – das Abendmahl auch von konfessionsverschiedenen – also evangelisch-katholischen Ehepaaren – empfangen werden dürfe.

Sieben deutsche Bischöfe – angeführt vom Kölner Kardinal Rainer Maria Wölki – wandten sich an Rom. Der Papst solle entscheiden, worüber sich die Bischofskonferenz nicht einigen kann. Franziskus lächelt – und winkt ab. Die Kirche solle selbst entscheiden und ihn nicht weiter mit nationalen Internas behelligen.

Das kommt schlicht einer Revolution gleich. Der niederländische Kardinal Willem Eijk wirft Franziskus nichts weniger als Ketzerei vor. Bislang hatte der Vatikan in Lehrstreitigkeiten das letzte Wort. Wer diese letzte Bastion der Autorität in Frage stelle, bohre Löcher in den Rumpf des sinkenden Schiffes Kirche.

Es geht um alles. Kirchenaustritte, Priestermangel, Streit ums Södersche Kreuz – ist tatsächlich das letzte Gefecht angebrochen? Wie lange hält der Papst die Demokratisierung der autoritären katholischen Kirche noch durch? Der Katholikentag in Münster verspricht spannend zu werden. Wir bleiben am Ball.

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