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Highway to Hell. Mahler meint am 02.10.2019

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Das ist also die neue Sportwelt. Riesige Lüftungsanlagen kühlen das Stadion. Auf den Rängen herrscht Leere – bis Armeeangehörige und andere Staatsbedienstete zwangsverpflichtet werden, sich etwas anzuschauen, was sie weder interessiert noch in der Wüste etwas verlo-ren hat. Die Leichtathletik WM in Doha. Sie soll den Ruhm der Scheichs mehren und ihnen helfen, ihre Petro-Milliarden unterzubringen. Und sie liefert einen Vorgeschmack auf die Fußball-WM in zwei Jahren.
 
Es ist brütend-heiß-sonnenklar: diese Sportevents haben in den Golfstaaten nichts zu suchen, Lüftungs- und Kühlungsanlagen hin oder her. Äthiopiens ehemaliger Wunderläufer Haile Gebreselassie bringt es auf den Punkt: „Diese Titelkämpfe sind lebensgefährlich. Gott be-wahre, aber die Menschen, die bei solchen Wetterbedingungen laufen, hätten sterben kön-nen,“ sagte der 46jährige am Montag.
 
Er sprach vom Frauenmarathon in der Nacht zum Samstag, bei dem eine Temperatur von 32,7 Grad gemessen wurde. Die Luftfeuchtigkeit betrug 73,3%. Der internationale Leichtath-letikverband zeigte keinerlei Reue oder Einsicht. Dass 28 von 68 Läuferinnen das Ziel nicht erreichten, sei ein normaler Vorgang, ließ der IAAF verlauten. Die Läuferinnen gaben auf, weil sie nicht anders konnten, teilweise sind sie kollabiert. Auch bei den WMs in Tokio 1991 und Moskau 2013 hatten eine Reihe von Läuferinnen das Ziel nicht erreicht. Die Verbände scheinen die Verantwortung für die Gesundheit der Athletinnen an der Garderobe abgege-ben zu haben. Dort trafen sie wohl die Scheichs mit den prallgefüllten Umschlägen. Inhalt: Petro-Dollars. Die Fußball-WM 2024 lässt grüßen. Spitzensport als Ramsch-Ausverkauf.

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