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Held oder Schurke? Julian Assange verhaftet. Mahler meint am 12.4.2019

160203_Mahlermeint_bannerDie Meldung des gestrigen Tages passt ganz gut ins Thema der Fastenzeit „7 Wochen ohne Lügen“, Julian Assange, Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, ist nach knapp 7 Jahren Asyl in der ecuadorianischen Botschaft in London verhaftet worden. Wenn es einen Kosmopoliten gibt, dann heißt der Julian Paul Assange, 48 Jahre alt, geboren in Queensland, Australien, politischer Aktivist, investigativer Journalist, Computerhacker und Programmierer, Sprecher der Enthüllungsplattform Wikileaks. Das World Wide Web kennt keine Grenzen, und die galten folgerichtig wohl auch nicht für Assange. Bis gestern. Julian Assange war 2012 in die ecuadorianische Botschaft spaziert, um sich der Verhaftung durch Scotland Yard zu entziehen. Die hatte einen Haftbefehl gegen ihn in der Tasche. Die Anklage lautete: Verdacht auf Vergewaltigung und sexuelle Belästigung in zwei Fällen in Schweden. Assange saß die Geschichte im südamerikanischen Asyl mitten in London ab. 2017 verjährte die Anklage aus Schweden. Nicht aber der Haftbefehl von Scotland Yard. 6 Jahre und 10 Monate nach seinem unerbetenen Besuch hatte der ecuadorianische Präsident Lenin Moreno die Faxen dicke und öffnete die Türen seiner Botschaft für die britische Polizei. Nun hat Assange aus Schweden nichts mehr zu befürchten. Und wegen Entziehung der Verhaftung durch die Briten könnte er maximal 12 Monate kriegen. Ungemach droht ihm aber aus den USA: wegen Geheimnisverrats wollen ihn die Amerikaner verurteilen und begehren seit längerem die Auslieferung des Whistleblowers. Assange hatte unter anderem geheime Dokumente über Kriegsverbrechen der US-Army in Afghanistan und dem Irak via Wikileaks ins Netz gestellt. Für die halbe Welt ist Julian Assange ein Held. Für die andere Hälfte ein Verräter. „Was ist Wahrheit?“ diese Frage stellt sich angesichts des investigativen Journalismus eindringlich. WikiLeaks – eine Wortschöpfung aus hawaiianisch „schnell“ und englisch „undichte Stelle, Leck“, verdient derweil an ihrem Helden gut. Auf der Homepage fällt vor allem der Shop ins Auge. Aufkleberchen für das Notebook 3 Euro, Shirts mit der Aufschrift „Don’t shoot the Messenger“ – erschieße nicht den Boten – 22 Euro. Eines hat Assange auf jeden Fall deutlich gemacht: mit der Enthüllung von unangenehmen Botschaften lässt sich Kohle machen. Wenn’s der Wahrheitsfindung dient …..

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