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Halbherzige Umweltpolitik

Gestern zum ersten Mal in einer deutschen Stadt Feinstaubalarm. Pendler sollen im Großraum Stuttgart freiwillig das Auto stehen lassen und Bus und Bahn nutzen. Über all in der Stadt Werbefläche für den öffentlichen Personennahverkehr.

Aber eben: Freiwillig.

 

Genutzt hat es so gut wie gar nichts. Claus Schmiedel, SPD-Fraktionschef im Landtag kommentierte den ersten Alarm so: „Feinstaubalarm ist eine feine Sache. Ich kam völlig problemlos durch.“ Er war – ganz Vorbild – mit dem Wagen in den Stuttgarter Talkessel gefahren.

Und der ist das Problem. Hohes Verkehrsaufkommen, wenig Luftbewegung, Inversionswetterlage – da bleibt der Feinstaub eben am Boden und kann nicht in die Atmosphäre entweichen. Hauptschuldige: Dieselfahrzeuge. Schwerverkehr, Taxen. Eine konsequente Maßnahme wäre, den Innenstadtbereich für Dieselfahrzeuge zu sperren. Autos mit hohen Emissionen wie die in der Schwabenmetropole so beliebten SUVs erst gar nicht reinzulassen.

 

Aber: Das funktioniert in der Autostadt Stuttgart nicht. Hier lebt vom Auto, es ist wirklich das vielzitierte „Heilix Blechle“. Und da traut sich nicht mal der grüne OB Fritz Kuhn dran. Eine Klage von Brüssel liegt bereits auf dem Tisch, Fahrverbote stehen drohend im Raum. Aber mit der Emmissionspolitik ist es genau so wie mit der Energiewende: Inkonsequent, halbherzig, ineffizient. Angsthasenpolitik vor der mächtigen Autolobby und den Gewerkschaften. So wird das nix – oder, wie wir Schwaben sagen: „Herr, schmeiß Hirn ra“. Freiwillig hat noch nie funktioniert.

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