Haben Kreuzfahrten Zukunft?

Den 24. Juli sehnen manche Urlauber herbei. Die erste Kreuzfahrt nach dem Lockdown startet von Hamburg aus in Richtung Norwegen. Die Pötte nehmen wieder Fahrt auf – zunächst ohne Landgänge. Die Grünen nutzen die Gelegenheit, um die Kreuzfahrtbranche zum Kurswechsel zu drängen. „Weniger und sauberer“ muss die Devise werden.

Die Grünen-Politiker Claudia Müller, Markus Tressel und Stefan Schmidt prangern in einem Positionspapier die neuralgischen Punkte an: Das über Jahre ungebremste Wachstum mit im-mer größeren Schiffen, hohe Umweltbelastungen, schlechte Bezahlung fürs Personal und die Steuerflucht in sogenannte Offshoreparadise. Die Grünen-Sprecher für maritime Wirtschaft und Tourismus werden auch konkret: Nachrüstung älterer Schiffe, neue Antriebstechnologien und die Versorgung der schwimmenden Hochhäuser mit Landstrom in den Häfen. Reisen zu besonders sensiblen Gebieten wie Venedig, Dubrovnik oder die Polarregionen sollten ausge-setzt werden.

Maximal 5.000 Passagiere sei die Obergrenze, meinen die Grünen, für sensible Gebiete wie die Arktis 500. In Wismar wird derzeit ein neues Kreuzfahrtschiff für einen asiatischen Auftrag-geber gebaut, das 9.000 Passagieren Platz bieten wird.

Es folgen weitere Forderungen zu Arbeitsbedingungen und Steuersparmodellen.

Die Kreuzfahrtbranche ist einer der Verlierer der Covid 19-Pandemie. Für mich wäre es schwer vorstellbar, mich in einer potentielle Groß-Quarantäne Station kasernieren zu lassen. Ob wäh-rend oder nach Covid 19 oder auch vor der nächsten Infektionswelle mit was weiß ich.

Aber zumindest sollte die Krise den von Grünen vorgeschlagenen Kurswechsel bringen, ge-paart mit klaren Hygienestandards. Ansonsten sehe nicht nur ich die Akzeptanz für diese Art des Reisens sehr fraglich. Dann doch lieber Radurlaub in Deutschland.

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