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Größenwahn. Mahler meint am 10.8.2018

160203_Mahlermeint_bannerEs musste ja so kommen. Nachdem es am Boden zu voll wurde und alles zu langsam ging, sind wir kollektiv in die Luft gegangen. Inzwischen herrscht auch über uns drangvolle Enge. Ein Zweibeiner kann in der Regel nicht fliegen. Aber er ist erfinderisch. Allerlei Gerätschaft hilft ihm dabei. Für Transporte aller Art gibt es inzwischen Drohnen. Die Automobilkonzerne arbeiten fieberhaft an Flugtaxis. Der Personenluftverkehr wächst derzeit jährlich um 5%. Die Folgen sind in diesem Sommer sichtbar wie noch nie. Die Flugausfälle gehen in die 100.000ende Passagiere, das Chaos an den Flughäfen nimmt zu. Entweder gehen sie gar nicht in Betrieb wie der BER oder die Sicherheitskontrollen kommen nicht nach. Streiks tun ein Übriges.

Wir haben uns verkalkuliert. Die Luftfahrt ist nur ein Beispiel von vielen. Wir setzen nach wie vor ungebremst auf Wachstum auf der ganzen Linie. Wir versuchen, das Leben in der Länge und auch im Konsum und im Erleben immer weiter zu strecken. Das verkraftet weder unser Planet noch unsere Seele. Die Kriege dieses Jahrtausends werden um Ressourcen geführt. Allem voran sauberes Trinkwasser. Die Seele verkümmert – Rastlosigkeit, Gier und Jagd nach immer mehr führen zu Burnout und Depression. Kalendersprüche helfen da nicht wirklich. Aber vielleicht führen sie uns ins Nachdenken: „Wer nicht zufrieden ist mit dem, was er hat, der wäre auch nicht zufrieden mit dem, was er haben möchte.“ Bernhard Auerbach. „Was würde es dem Menschen helfen, die ganze Welt zu gewinnen und doch Schaden an seiner Seele zu nehmen“. Dieser Satz wird einem mittellosen Wanderprediger aus Galiläa zugeschrieben, der Milliarden von Menschen den Weg zum Sein gewiesen hat.

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