Grasski.

Ein tolles Wintersportwochenende liegt hinter uns. 3 mal Geiger vorn – einmal Vincenz in der Nordischen Kombination, zweimal Karl, der sich für die Niederlage bei der Vierschanzentournee rächte, zweimal in Val die Fiemme bester Springer war und Wunderspringer Ryoyu Kobayashi das gelbe Trikot des Gesamt-Weltcupführenden abnahm.

Was mich erschreckt hat war, dass Wintersport immer mehr auf weißen Flecken in grüner Landschaft stattfindet. Auf Schalke und in Dresden wird gelaufen und geschossen – auf Schnee, der von weither angekarrt wurde. Es gibt unterhalb von 1.500 Metern kaum noch Schnee. Die Grenze wird in den nächsten Jahren auf 2.000 Meter ansteigen. Das bedeutet, dass kleinere Skigebiete, die sich Beschneiungsanlagen nicht leisten können, dicht machen müssen. Das ist vielerorts schon geschehen – in der Schweiz, im Allgäu, auf der schwäbischen Alb und in allen anderen Mittelgebirgen. Nun wäre das ja nicht so schlimm, es gibt schließlich viele andere Vergnügungen in der kalten Jahreszeit. Und Hallen gibt es ja auch noch.

Manche Klimaforscher behaupten allerdings, dass wir 20 Jahren überhaupt nicht mehr im Freien auf einer natürlichen Schneedecke Skifahren werden können. Nun könnte ich sagen: ist mir wurscht, für mich reicht es ja noch. Ich fahre am Mittwoch wieder auf „unseren“ Berg, der ist schneesicher und beschneit. Das ist allerdings sehr egoistisch gedacht. Und es täuscht nicht darüber hinweg, dass der verschwundene Schnee und die abschmelzenden Gletscher ein Fanal sind, dass uns daran erinnert, dass wir weiter in die Klimakatastrophe schliddern. Unsere Gastgeber haben das jahrelang verneint. Jetzt, wo sie weiter intensiv in Schneekanonen investieren müssen geben sie zu, dass der Kampf gegen den Klimawandel mit anderen Mitteln und global geführt werden muss.

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