Glück kann man nicht kaufen. Mahler meint am 12.10.2018

160203_Mahlermeint_bannerAm glücklichsten sind die Menschen an der Nordsee. Am unglücklichsten sind die Brandenburger. Wer will das wissen? Der Glücksatlas, der gestern erschienen ist. Die neuen Bundesländer und Berlin allesamt am Ende der Tabelle. Die reichen Württemberger abgeschlagen auf Platz 12 von 19. Abgesehen davon, dass zwischen dem ersten und dem letzten Platz gerade mal 0,6 Punkte von 10 liegen stellen sich zwei Fragen: Kann man Glück messen? Und: woran macht man Glück fest? Der Vergleich ist der Anfang alles Unglücks. Das weiß schon einer der ältesten Texte, den die Menschheitsgeschichte kennt. „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus, Hof, Vieh und Alles, was sein ist.“ 10. der 10 Gebote, die Mose auf dem Sinai von Gott persönlich entgegen- genommen haben soll. Solange sich also der Brandenburger mit dem Schwaben und der Thüringer mit dem Bayern vergleicht, kann das trotz Länderfinanzausgleich nichts werden. Der Sozialpsychologe Roy Baumeister plädiert dafür, den Begriff Glück durch Sinn zu ersetzen. Denn „Glück ohne Sinn charakterisiert ein relativ flaches, selbstsüchtiges oder gar egoistisches Leben, in dem die Dinge wie von allein gut laufen, Bedürfnisse und Wünsche leicht befriedigt werden und Anstrengungen vermieden werden“, sagt Roy Baumeister. Ein Gefühl für Sinn wiederum entstehe erst, wenn Menschen einen Teil ihrer Zeit und ihrer Energie anderen geben bzw. sogar Opfer bringen für andere. „Es liegt in der Natur des Menschen, sich um andere zu kümmern“, sagt Baumeister. Die kranke Mutter nach deren Herzinfarkt zu pflegen und ihr den Löffel zu halten, wenn sie es selbst nicht kann. Ein Kind groß zuziehen. Seine Freizeit für etwas Gemeinnütziges einzusetzen. Kurz: „Etwas zu dienen, das höher ist als das Selbst.“ Ich kann es auch mit dem Schweizer Schriftsteller Kurt Marti kürzer sagen: „Ich wünsche Dir, dass du dir glückst. Dass dir das Glück anderer glücke. Dass durch dich ein oder zwei Menschen besser sich glücken.“ Noch kürzer sagt es der jüdische Philosoph Martin Buber: „Der Mensch wird erst im Du zum Ich.“

Glück kann man nicht kaufen. Mahler meint am 12.10.2018
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