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Geliehen ist das Land … Mahler meint am 4.12.2018

160203_Mahlermeint_bannerEigentlich war das gar nicht vorgesehen, dass Menschen Grund und Boden besitzen. Im alten Israel gab es ein Gebot das vorsah, dass alle 50 Jahre aller Grundbesitz an Gott zurückgegeben werden sollte, und die große Landreform setzte ein. Theoretisch. Ich fürchte, das hat nie wirklich geklappt, wie so manches, was ein gerechtes Miteinander der Menschen befördert hätte. Was geblieben ist bis heute ist die Gier. Und die Wehe-Rufe der Propheten: „Wehe dem, der Haus an Haus und Acker an Acker reiht …“ Kapitalismuskritik lange vor der Antike. Und geblieben ist auch die Sehnsucht nach dem Paradies – von den Propheten des Ersten Testaments der Bibel so formuliert: „Ein Jeder sitzt unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum, ohne dass jemand ihn stört“. Die Wirklichkeit 2018: Theoretisch gäbe es für jeden Menschen auf diesem Globus 2.000 Quadratmeter Ackerfläche, um seinen Lebensunterhalt zu decken. Also Nahrungsmittel, Trinkwasser, und die Bindung von CO2. Ein Viertel Fußballfeld für Jede und Jeden. Das Problem: Wir sind schlechte Haushalter. Denn nur 50% der Biolebensmittel, die auf nur 7,5% der Gesamtfläche produziert werden, können wir in Deutschland herstellen. Den größten Teil der Fläche nutzen wir für Monokulturen, Biogasanlagen und für die Gülleentsorgung. Die Folgen: Rückgang der Artenvielfalt, Bienensterben, verseuchtes Grundwasser. Morgen ist Weltbodentag. Anlass genug, darüber nachzudenken, was wir persönlich tun können, um gegenzusteuern. Ein eigener Garten, Engagement in der solidarischen Landwirtschaft, Mitglied bei Bioboden werden. Vielleicht finden Sie ja morgen im Terminkalender eine Lücke, um über ihr Verhältnis zum Boden nachzudenken. Schnitzel wachsen nun mal nicht auf dem Baum.

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