Gefährliche Rückstände in der Muttermilch?

babyStillen bietet dem Neugeborenen genau das, was es in den ersten Lebensmonaten braucht. Denn die Muttermilch ist auf die Bedürfnisse des Babys zugeschnitten und versorgt es optimal mit den Nährstoffen, die für eine gesunde Entwicklung benötigt werden. So hieß es bisher…

 

Doch jetzt ist in der Öffentlichkeit von gefährlichen Glyphosat-Rückständen die Rede, die laut einer Studie in der Muttermilch gefunden wurden. Ist Stillen deshalb nun doch nicht so empfehlenswert wie bisher angenommen und sollten Mütter besser direkt auf alternative Säuglingsnahrung umstellen, um ihrem Neugeborenen nicht zu schaden? Wir klären auf!

 

Was ist Glyphosat?

Glyphosat ist ein weltweit eingesetztes Herbizid, das in der Landwirtschaft unter anderem zur Unkrautvernichtung, aber auch zum Beschleunigen der Getreidereife verwendet wird. Seit bereits vielen Jahren besteht der Verdacht, dass Glyphosat krebserregend sei. Und auch die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt das Unkrautvernichtungsgift als “wahrscheinlich krebserzeugend bei Menschen” ein. Vor allem für Neugeborene gilt dabei erhöhte Risikogefahr, da es bei ihnen auch andere Krankheiten und Missbildungen auslösen soll.

 

Informationen zur Studie

Im Auftrag der Grünen wurde nun eine Studie durchgeführt, bei der Muttermilchproben von 16 stillenden Müttern untersucht wurden. Die Proben wiesen hierbei Rückstände von Glyphosat auf, die die zulässigen Werte um ein Vielfaches überschritten haben sollen.

Um allerdings eine wissenschaftliche Bewertung dieser Studie vornehmen zu können, sei die Datenbasis viel zu gering, so das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Des Weiteren kritisiert das Institut die dazu angewandte Analysemethode, die zwar für die Bestimmung von Glyphosatmengen im Wasser geeignet ist, ob sie allerdings auch sichere Ergebnisse bei der Untersuchung von Milch liefert, ist bisher nicht bekannt.

 

Muttermilch oder alternative Säuglingsnahrung – was ist besser?

Dem BfR liegen derzeit die ausgewerteten Daten von Glyphosat im Urin aus sieben anderen Studien vor, die zeigen, dass „die Gehalte in der Regel im einstelligen Mikrogrammbereich pro Liter und somit durchweg weit unterhalb eines gesundheitlich bedenklichen Bereichs liegen. Eine Überschreitung des Trinkwasserhöchstgehaltes, wie dies offenbar für Glyphosatfunde aus der
Muttermilch angenommen wird, bedeutet nicht zwangsläufig, dass ein gesundheitliches Risiko besteht, da der Trinkwasserhöchstgehalt ein Vorsorgewert für alle Pestizide ist und nicht toxikologisch für einzelne Wirkstoffe abgeleitet wird.“ So das Bundesinstitut für Risikobewertung in einer Mitteilung vom 26.06.2015 zur Einschätzung zu Gehalten von Glyphosat in Muttermilch und Urin. Demnach gibt das Institut also allen besorgten, stillenden Müttern erstmal Entwarnung.

 

Und auch der Berufsverband der Frauenärzte rät Müttern weiterhin zu stillen, da die Vorteile die Nachteile bei weitem überwiegen.

 

Foto: (c)TawnyNina/pixabay.com

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