Gassi gehen mit dem Gatten.

Ich geb‘s ja zu, wir waren auch schon ganz schön einfaltsreich, wenn es um die nächtliche Ausgangssperre ging. Als zu Silvester noch zwei Personen erlaubt waren, haben Freunde bei uns übernachtet. In der Woche vor der Verschärfung des Lockdowns kamen andere mit dem Wohnmobil, das sie bei uns im Hof geparkt haben. Nach 20 Uhr sollte man nicht mehr auf der Straße anzutreffen sein, wenn man keinen triftigen Grund hat. So hat meine Frau gestern Abend ihren Widerwillen gegen online-Meetings überwunden. Sie nahm an ihrem geliebten Literaturkreis am Rechner teil. Mit Büchern, einem Glas Wein oder zwei und etwas zum Knab-bern. Die anderen 6 Damen taten dies auch, und so hatten sie gemeinsam einen vergnüglichen Abend.

Ein triftiger Grund ist ja auch das Gassi gehen mit dem Haustier. Wobei es da auch Grenzen gibt. Eine Nachbarin geht schon seit Jahren mit ihrem dicken Kater an der Schnur spazieren. Man hat schon Tierfreunde mit Katzen, Meerschweinchen oder gar einem Kakadu an die Leine draußen angetroffen. In der Corona-Verordnung steht eben mal nur, dass „Handlungen zur Versorgung von Tieren z.B. Gassi gehen oder füttern“ erlaubt seien – auch zwischen 20 und 5 Uhr. Sehr weit ausgelegt hat eine Canadierin das Gassi gehen. Sie führte ihren Ehemann an der Leine nach 20 Uhr aus. Die Polizei reagierte humorlos: knapp 1000 Euro Bußgeld waren fällig. Merke: Auch wenn manche Ehemänner wie Hunde gehalten werden – Gassi gehen nach 20 Uhr während des Lockdowns geht nur mit dem Vierbeiner.

Gassi gehen mit dem Gatten.
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