Ganz anders könnte man leben – 3: das Spreefeld.

Wenn man nach alternativen Wohn- und Lebensformen sucht, kommt man am Berliner Genossenschaftsprojekt Spreefeld nicht vorbei. Gerade in Corona-Zeiten ist genos-senschaftliches Wohnen gefragter denn je. Denn wie lassen sich in einer Zeit, in der das Homeoffice womöglich der Standard der Bürowelt wird, Wohnen und Arbeiten besser verschränken? Laut einer Befragung konnten sich Menschen, die eng zusam-menwohnen und leben, während des Lock-Downs und danach sehr gut unterstützen. Sie konnten sich auf die schon bestehende Nachbarschaftlichkeit als soziales Netz-werk für solidarisches Handeln verlassen und Gemeinschaftszonen zur gegenseitigen Hilfe nutzen. So wie im Spreefeld, wo es sogenannte „Cluster-Wohnungen“ gibt. Pri-vate, von Singles, Paaren oder Familien genutzte Wohneinheiten werden hier mit ge-meinschaftlichen Bereichen, etwa große Wohnküchen und Terrassen kombiniert. Im Krisenfall finden sich Solidargemeinschaften leichter zusammen als in anonymen Wohnanlagen; die Mitglieder können auch unter Quarantänebedingungen Kinder- und Altenbetreuung arbeitsteilig organisieren. „Wohnen muss Leben werden“, sagt die Architekturprofessorin Susanne Dürr. Es gelte, Wohnen, Arbeiten, Nahversorgung, Kultur, gesundheitliche Infrastruktur und Grünräume dezentral zu organisieren und so den Gemeinsinn auf Quartiersebene zu stärken.

Eins ist sicher: Die Pandemie hat zu einem starken Umdenken in Sachen Wohnen und Leben geführt. Aus dem „Hauptsache die eigenen vier Wände“ wird mehr und mehr „gemeinsam sind wir stark.“

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