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Reisetagebuch 3: Reise ist Begegnung.

07.05.2026

Fahrt mit der Bahn – sprechen wir nicht darüber. Nach Köln mit 2 ½ Stunden Verspätung. An-schlusszüge, die mir vor der Nase wegfahren, Flixtrain dazwischen, der geht mit dem Deutsch-landticket nicht, kaputter Aufzug, 40 Kilo Rad inkl. Gepäck die Treppe hochgeschleppt – aber alles egal. Das macht das Reisen nicht aus. Ich sehe den Dom und bin glücklich. Regnerisch und kalt – aber ich habe ja die richtigen Klamotten dabei. Morgen geht es 200 km nach Osnabrück – mit dem Rad, das ist zuverlässig und hat nur Verspätung, wenn meine Wadl‘n schlappmachen.

Die Reise ist Begegnung. Und die war heute besonders wertvoll. Ein Manager aus dem Auto-motive-Bereich, Mitte 50, ist inzwischen raus, was aber nicht weiter schlimm ist, jetzt fährt er mit dem Rad durch die Gegend, Zelt hinten drauf und dahin, wo es schön ist. Er ist auch in Köln ausgestiegen und trifft hier seine Tochter, die in Köln studiert.

Wir tauschen uns aus, er ist weitgereist, war häufig in China und ich merke wieder mal, wie gut mir meine Begegnungen mit anderen Kulturen und Religionen getan haben. In Nicaragua, in den USA, Canada, Mexiko aber auch in Europa. Vor allem auch im Baltikum, wo ich einmal in Tallin auf einer internationalen Rundfunktagung einer der Key-Speaker war. Und natürlich der Europäischen Jugendrat von Europa. Irland, Niederlande und so weiter. Berlin, wo ich das Zusammenwachsen der Stadt nach der Vereinigung durch die Augen von Radio Paradiso sehen konnte.

Gemeinsam haben wir festgestellt, dass Menschen, die viel gereist sind und sich auf andere Kulturen eingelassen haben, immun sind gegen faschistische und nationale Rattenfänger. Wie sie gelernt haben, sich auf das Anderssein des und der Anderen einzulassen. Nicht der Fremde macht uns Angst, sondern dass er fremd ist.
Begegne dem, was auf dich zukommt, nicht mit Angst, sondern mit Hoffnung. Franz von Sales.
Ein guter Rat, wie ich finde. Vor allem dann, wenn man reist.