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Fernweh.

22.01.2026

Ich gehe jedes Jahr hin. Auf die CMT, das ist die größte Messe für Camping und Touristik der Welt. Und sie ist vor unserer Haustüre, auf der Messe Stuttgart. Ich genieße das: Messestände von Reiseveranstaltern, ferne Länder, nahe Ziele in der Umgebung. Was habe ich mitgenommen? Endlich mal Hurtigruten, von Hamburg bis zum Nordkap. Eine Tour durchs Baltikum, mit Kanu, Rad und zu Fuß. Eine Radwanderreise an der Loire, Königsschlösser, Fluss und wunderschöne Radwege. Eine Genuss- und Weinreise in Katalonien. Nächstes Jahr – zur goldenen Hochzeit – soll es die letzte große Flugreise sein – trotz Flugscham. Namibia und Südafrika. Auch, um dem Trubel zu entfliehen, den solch ein großes Ereignis mit sich bringt. Nur uns Beide zu feiern. Also: Wir reisen gerne und viel. Wir gönnen uns das und wissen doch, dass wir Privilegierte sind. Rentner, die nicht jeden Pfennig umdrehen müssen und zu der Generation gehören, die es sich noch leisten kann, weil sie noch gut aufgestellt sind. Natürlich fragen wir uns, wie es unseren Kindern und Enkeln einmal gehen wird, wenn sie so alt sind wie wir.

Apropos alte Leute: die sind reichlich vertreten. Scharen sich um die riesigen Wohnmobile, die Pick-up-Trucks, die immer gigantischer werden. Was fällt sonst noch auf? Der Trend geht weg von Klassikern wie Spanien und Italien, Griechenland und den Kanaren. Gefragt sind zum Beispiel das Baltikum und der Balkan. Neues entdecken nach zig Jahren Gardasee und Adria. Ein weiterer Trend: Studienreisen, Treckingtouren und Kultur. Erschreckend. Die Stände der USA – gähnend leer. Da will keiner hin, weil einer eine ausgrenzende Politik macht. Und ja: Länder, in denen Autokraten herrschen und es Diktatur gibt, mag ich nicht bereisen. Die Türkei gehört dazu, natürlich die USA oder auch Israel. Schade um wunder-bare Menschen und wunderschöne Reiseziele.