
Die Dicken machen das Rennen.
25.07.2021
Wir müssen dringend abspecken. Auch was die Mobilität angeht. Aber während die einen da-rauf dringen, kleine und leichte Elektro- und Wasserstoffautos zu produzieren, langen unsere Nobel-Automarken kräftig hin. Zum Beispiel Daimler. SUVs und S-Klasse sind die Renner. Groß, dich und durstig und vor allem: schmutzig. Der ökologische Fußabdruck: riesig, wie die Kisten selbst. In Zahlen: Im zweiten Quartal 2021 verkaufte Daimler 246.000 SUVs – 55% mehr als im Vorjahr. Auch die neue S-Klasse läuft richtig gut vom Band. 21.000 im 2. Quartal – hier eine Steigerung von 40% gegenüber dem Vorjahr.
Wir alle wissen, dass der Klimawandel global bekämpft werden muss. China ist mit weitem Abstand die größte Dreckschleuder der Welt. Knapp ein Drittel der CO2 Emissionen gehen auf das Konto der stärksten Wirtschaftsmacht. Die USA liegen weit abgeschlagen auf Platz 2. Und Deutschland rangiert mit 1,8% unter ferner liefen.
Nun werden die dicken Daimler-Flaggschiffe mit Vorliebe in China in China gekauft. Und damit bei der Herstellung der Dreck auch in Fernost bleibt, werden 80% der PKWs auch gleich dort gefertigt. Der Dreck wird ausgelagert, die Gewinne kommen zur Konzernzentrale nach Deutschland. Gleichwohl will Daimler trotz extrem hoher Gewinne Personal abbauen. Von we-gen die Autoindustrie sichert Arbeitsplätze im Land. Ich verstehe diese Politik nicht. Ich ver-stehe allerdings die Kritiker der Klimapolitik immer mehr, die sich fragen was es bringt, wenn wir hier Emissionen einsparen und andere Staaten sich einen Dreck darum scheren.