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  • Mahler Meint
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Der Barbaratag.

04.12.2020

Ich hab‘s ja nicht so mit den Heiligen. Eigentlich. Aber die Pandemie lehrt uns, dass Rituale und Brauchtum durchaus einen positiven Effekt haben können. Neh-men wir also den Barbaratag, den die Katholiken heute begehen. Ein fester Be-standteil des Barbaratags ist das Abschneiden von Zweigen eines Kirsch- oder Ap-felbaums. Diese werden dann anschließend in eine Vase gestellt und bis Heilig-abend aufbewahrt. Mit dem Aufblühen der Zweige soll dem Brauchtum nach die dunkle Winterzeit etwas aufgehellt werden. Außerdem sollen die blühenden Bar-barazweige Glück fürs neue Jahr bringen. Der Brauch beruht auf der Legende der Heiligen Barbara von Nikomedia in der heutigen Türkei, die wegen ihres christli-chen Glaubens gefangengenommen wurde. Auf dem Weg ins Gefängnis blieb sie an einem Zweig hängen, den sie während ihrer Gefangenschaft in einer Vase auf-bewahrte. An dem Tag, an dem sie hingerichtet wurde, blühte der Zweig schließ-lich auf. Barbara gilt als die Schutzpatronin der Bergleute, Feuerwehrleute, Stein-metze, Zimmerleute, Gefangenen und Sterbenden. Und – wenn es damals schon bekannt gewesen wäre – bestimmt auch die Patronin der Pandemieopfer. Wenn ihr Barbarazweig an Heiligabend aufblühen sollte sind die Blüten ein Zeichen, dass das Leben weitergeht. Im Frühling. Wenn wir die Pandemie dann im Griff haben. Fast hätte ich gesagt „Heilige Barbara bitte für uns“. Aber ich habe ja zum Glück einen unmittelbaren Zugang zu Gott. Ich bete ganz ohne Unterstützung von Heili-gen oder sonstigen Vermittlern.