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Fünf deutsche Alternativen zum Jakobsweg

wandern„Ich bin dann mal weg“ – wer diese Worte hört, der denkt vor allem an eins: das Wandern auf dem Jakobsweg. Dafür verantwortlich ist Hape Kerkeling, der vor einigen Jahren den berühmten Wanderweg in Spanien bewältigt und darüber ein Buch geschrieben hat. Damit hat er nicht nur Millionen deutsche Leser unterhalten, sondern auch einen regelrechten Wander-Boom ausgelöst. Kein Wunder, ist doch fürs Wandern nicht allzu viel nötig. Alles, was man braucht, sind passende Wanderschuhe, einen Rucksack und eventuell ein Paar Wanderstöcke. Und wer keine Lust hat, zum Wandern nach Spanien zu fahren, der findet auch in deutschen Landen viele exzellente Wanderrouten. Wir stellen fünf der schönsten kurz vor.

 

Der Rennsteig

Den Anfang macht der älteste und beliebteste Wanderweg Deutschlands: der Rennsteig. Rund 100.000 Menschen sind jedes Jahr auf der Strecke unterwegs. Selbstverständlich absolvieren längst nicht alle die 170 Kilometer von Eisenach nach Blankenstein, viele versuchen sich auch an einem mehr oder weniger langen Teilstück. Traditionell ist der Rennsteig in sechs Etappen eingeteilt, die zwischen 20 und 33 Kilometer lang sind. Somit eignen sie sich perfekt für eine Tagestour. Unterwegs passiert man viele Aussichtspunkte, von denen aus man den malerischen Thüringer Wald überblicken kann. Ganz nebenbei überquert man ganze sechs Mal die einstige innerdeutsche Grenze.

 

Der Goldsteig

Weiter geht es mit dem Goldsteig, dem längsten Wanderweg Deutschlands, der das Prädikat „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ trägt. Er ist ganze 660 Kilometer lang und ein seit 2007 bestehender Zusammenschluss aus vier schon bestehenden Wanderwegen. Der Goldsteig beginnt im oberfränkischen Marktredwitz und endet im niederbayerischen Passau, also an der Grenze zu Österreich. Wer den Wanderweg komplett absolviert, durchwandert demnach ganz Bayern. Die Landschaften entlang der Strecke sind äußerst abwechslungsreich, es gibt viele Wälder, Flüsse und Gebirge zu sehen.

 

Der Heidschnuckenweg

223 Kilometer lang ist der Heidschnuckenweg, der die Lüneburger Heide von Hamburg bis nach Celle durchquert. Der höchste Punkt der Strecke ist der Wilseder Berg, der eine Höhe von lediglich 169 Metern aufweist. Anstrengende Aufstiege sucht man also auf dem Heidschnuckenweg vergeblich. Dafür bekommt man eine ganze Reihe von Mooren zu sehen. Für Wanderpausen voller historischer Erkenntnisse sorgen unter anderem das Heidemuseum Dat ole Huus in Wilsede und das Heimatkundemuseum in Soltau. Im Ziel wartet schließlich das sehenswerte Schloss Celle.

 

Der Harzer Hexenstieg

Ein wenig gruselig geht es auf dem Harzer Hexenstieg her – zumindest dann, wenn man den Legenden der magischen Wesen Glauben schenkt. Auf dem 97 Kilometer langen Wanderweg von Osterode am Harz bis nach Thale folgt man immerhin einer Hexe auf ihrem Besen, wenn auch nur in Form der Markierungszeichen. Wer nicht die gesamte Distanz wandern möchte, der kann auch mit einer oder mehreren der elf bis 32 Kilometer langen Etappen vorliebnehmen. Das Ziel des Wanderweges bildet der Hexentanzplatz, an dem sich einst angeblich die Hexen der Region zur Walpurgisnacht trafen.

 

Der Rheinsteig

Dem malerischen Mittelrhein folgt man, wenn man sich auf den Rheinsteig aufmacht. Er startet in Bonn und endet etwa 320 Kilometer südöstlich in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden. Ein absolutes Highlight der Strecke ist das Obere Mittelrheintal von Koblenz nach Rüdesheim, das von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde.

 

Image by Hermann Traub from Pixabay

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