Fressen oder gefressen werden

Die Situation ist komplex – aber letztendlich auch ganz einfach.

 

In der globalisierten Welt geht es darum, zu fressen oder gefressen zu werden. Großkonzerne brauchen dringend Fusionen, um auf dem Weltmarkt mitspielen zu dürfen. Der geplante Zusammenschluss von Bayer Deutschland und Monsanto USA hat aber eine besonders pikante Komponente: Bayer sind die Guten, die Monsanto – übersetzt „meine Heiligkeit“ schlucken um die bösen vom Glauben abgefallenen Amerikaner auch zu den Guten zu machen.

 

Wenn man Bayer Vorstandschef Werner Baumann so reden hört, meint man glatt, den Pressesprecher von Brot für die Welt zu hören. „Brot für die Welt – aber die Wurst bleibt hier“. Oder: „Unser täglich Brot gib heute Anderen, wir haben noch genug von gestern“. Wir sorgen dafür, dass die wachsende Weltbevölkerung genug zu Essen hat und so weiter. Fakt ist: auch ohne Glyphosat und Gen-Technik ist die Welt heute und morgen ohne Probleme zu ernähren.

 

Mit nachhaltiger Landwirtschaft, wie es Foodwatch oder die Grünen fordern, auch noch übermorgen. Und klar ist auch, dass die Konzernpolitik und der Börsenhandel von Lebensmitteln dafür sorgen, dass es in Entwicklungs- und Schwellenländern gar keine funktionierende und ertragreiche Landwirtschaft mehr geben kann.

 

Wir sind auf einem fatalen Weg, der offenbar unumkehrbar ist. Das ist schlimm genug – aber dieses Fiasko auch noch schöngeredet zu bekommen, das ist schlicht unerträglich, Herr Baumann.

 

 

 

 

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