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Schuhe ausziehen – warum es sich so gut anfühlt

Indigene Völker machen sich nichts aus Schuhen. So mancher Hipster läuft trotz Glasscherben und Hundekot lieber barfuß durch die Stadt. Und seien wir ehrlich: Das Gefühl, nach einem langen Arbeitstag in die bequemen Schlappen zu schlüpfen oder gleich ganz ohne zu bleiben, ist unvergleichlich. Fußbekleidung befähigt uns seit jeher, schnell und unverletzt von A nach B zu gelangen. Ohne sie wäre das moderne Leben kaum denkbar und wir haben uns an den Laufkomfort gewöhnt. Gleichzeitig sind unsere Treter aber dazu in der Lage, uns regelrechte Höllenqualen zu bereiten.

Freiheit den Füßen

Indem Sie beim Betreten der eigenen vier Wände die Schuhe ausziehen, reduzieren Sie nicht nur den anfallenden Dreck und die Anzahl der Keime in Ihrem Zuhause. Diese Handlung hat auch wissenschaftlich nachgewiesene Vorteile für Ihr körperliches Wohlbefinden und Ihre Gesundheit. Denn im Grunde unterscheiden sich unsere Füße nicht von denen der Urmenschen. Die meisten gängigen Sohlen entsprechen nicht unserer Anatomie und erweitern unsere Lauferfahrung daher um einen unnatürlichen Fremdkörper. Unter dem Druck unseres Körpergewichts drängen die Füße gegen die Innenseiten enger Treter. In allzu weiten Modellen rutschen und reiben sie wiederum unangenehm umher. Gleichzeitig staut sich die Wärme und die Poren der Füße werden blockiert.

Beim Barfußgehen werden unsere unterforderten Fußreflexzonen aktiviert. Unser Gehirn erhält endlich wieder detailliertes Feedback über die Beschaffenheit des Bodens, welche unsere Fußsohlen – übrigens der Körperteil mit den meisten Nervenenden – ertasten. Wir bewegen uns automatisch bedachter und graziler, unsere gesamte Körperhaltung beim Stehen und Gehen wird natürlicher. Barfuß tritt man eher mit dem Fußballen und nicht mit dem Hacken auf, wodurch sich der Druck auf die Gelenke drastisch verringert. Gleichzeitig wird die Muskulatur gestärkt und die Durchblutung angeregt. Auch, wenn Ihnen die Gründe für das wohlige Gefühl des Schuheausziehens vor dieser Lektüre noch nicht klar waren – unterbewusst haben Sie schon immer wahrgenommen, dass es Ihrem Körper guttut.

Treter-Terror

Die Medizin empfiehlt daher schon Kindern, möglichst oft barfuß zu laufen, und auch Erwachsene sollten so lange wie möglich am Tag ohne Schuhe unterwegs sein. Dies ist in der heutigen Arbeitswelt aber meist nicht möglich. Stattdessen quälen sich Geschäftsfrauen mit High Heels durch den Tag. Business-Männer kommen mit ihren spitz geschnittenen Hochglanzschuhen nur geringfügig besser weg. Dabei grenzt die Liste an Kurz- und Langzeitfolgen falschen Schuhwerks schon an Körperverletzung.

Schmerzen, Hornhaut und Pilz sind weit verbreitet und auch einen Senk- beziehungsweise Spreizfuß hat gefühlt jeder zweite. Entsetzliches Schaudern löst allerdings der Anblick eines sogenannten Ballenzehs aus. Dieser zeigt sich zumeist bei Frauen, aber auch Männer sind davon betroffen. Zum Glück gibt es für die auch als „Hallux valgus“ bekannte Verformung spezielle Fußbekleidung, die besonders bequem, flach und flexibel ist. Immerhin also ein Lichtblick – oder besser: ein Schritt in die richtige Richtung.

Wenn man bedenkt, was das falsche Schuhwerk unseren Füßen antut, ist es kein Wunder mehr, dass barfuß nach der Arbeit eine wahre Wonne ist.


Bildrechte: Flickr foot mmarchin CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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