Fotografie – Vom Fehler zum Stilmittel

trabisIn der Fotografie gibt es viele Regeln und manche handwerklichen Grenzen, die von den Machern eines Bildes nicht übertreten werden sollten – andernfalls gelten die Bilder als misslungen. Der Horizont sollte möglichst gerade eingefangen sein, die Schärfe muss stimmen, nichts darf verwackeln und auf keinen Fall dürfen die Farben in ihrer Qualität vom Original abweichen. Bildgestaltungskonzepte wie der sogenannte “Goldene Schnitt” gehen sogar so weit, dass sie die korrekte Position der einzelnen Elemente des Motivs vorschreiben. Beachtet man all diese Regeln und Bestimmungen der Fotografie, dann bleibt manchem kaum noch der nötige Spielraum, um die eigene Kreativität auszuleben. Damit setzen sich Fotografen der Gefahr aus, dass sich ihre Bilder kaum noch voneinander unterscheiden und somit ihre Alleinstellungsmerkmale verlieren.

 

Rebellion auf dem Foto

 

Der deutsche Kultfotograf Peter Franck rebelliert in seiner aktuellen Fotoserie gegen solche Vorgaben. Er sagt: “Ein gutes Foto muss verstören” – und er scheint mit dieser Aussage den Geist der Zeit wiederzugeben. Mit seiner Fotografie möchte Franck Freiräume aufzeigen und verstößt damit bewusst gegen geltende Konventionen. In seiner Vision ist in der Fotografie alles erlaubt, was die Sichtweise des Betrachters in neue Bahnen lenken kann. Seine Bilder sollen Platz zur Interpretation lassen und die Eindeutigkeit von Fotokonzepten wie dem Goldenen Schnitt vermeiden.

 

Besonders geeignet für diese Art der Fotografie ist die Bildkollage. Der Betrachter erhält dabei die Möglichkeit, mehrere Bilder gleichzeitig auf sich wirken zu lassen, wodurch der Sinn hinter den Bildern deutlicher wird. Anbieter wie CEWE haben bereits auf diesen Trend reagiert und bieten die Möglichkeit, eigene Collagen zu erstellen und im Ganzen entwickeln zu lassen. So können auch Laien ihre eigenen Collagen nach ihren Vorstellungen schaffen und in die Wohnung hängen.

 

Fehler für die eigene Kollektion

 

Am einfachsten können Hobbyfotografen die Betrachter ihrer Werke verstören, indem sie gegen grundsätzliche Regeln verstoßen: Verwackeln sie also dich einfach mal ein Motiv, schießen Sie Bilderserien aus ungewöhnlichen Perspektiven oder konzentrieren Sie sich auf ungewöhnliche Objekte, die in der Umgebung des Hauptmotivs zu finden sind. Mit solchen Kniffen können die selbstgeschossenen Fotos zu kleinen Kunstwerken werden.

 

 

  • Durch ein Spiel mit der Schärfe können ebenfalls außergewöhnliche Bilder erstellt werden. Wollen Sie beispielsweise ein historisches Gebäude fotografieren, können Sie die Szenerie lebendiger wirken lassen, indem Sie Schärfe- und Unschärfeeffekte miteinander verbinden. Integrieren Sie dazu beispielsweise unscharf wirkende, vorbeilaufende Passanten in Ihr Bild. Die Schärfe des Gebäudes und die Bewegungsunschärfe der Menschen lockern das Bild auf und lassen es insgesamt lebhafter wirken.
  • Hobbyfotografen können zudem mithilfe der Belichtung an den Farben ihrer Bilder herumexperimentieren. Normalerweise sollten Fotografen immer mit dem Licht fotografieren, um möglichst intensive Farben einzufangen. Allerdings kann auch das Fotografieren gegen die Sonne einen künstlerischen Effekt erzeugen. Die Bilder wirken dadurch ausgeblichen oder vergilbt und bekommen den Effekt eines alten Diabildes, das per Projektor an die Wand geworfen wird. So erhalten Fotos einen gewissen “Vintage-Effekt”.
  • Das Spiel mit Licht und Sonne eröffnet ebenfalls die Möglichkeit von Schattenbildern. Anstatt ein Objekt direkt zu fotografieren, kann stattdessen auch nur dessen Schatten eingefangen werden. So müssen Betrachter des Bildes zunächst darüber nachdenken, welches Objekt einen solchen Schatten werfen könnte, bevor sie das Motiv vollständig entschlüsseln.

 

 

Bildrechte: Flickr Trabis T. Schulz CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

 

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