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Finanztipp: Zehn Prozent des Nettoeinkommens sofort zurücklegen

Haben Sie auch Probleme, effektiv zu sparen? Es muss gar nicht darum gehen, reich werden zu wollen, sondern einfach erst einmal eine Beständigkeit in die monatlichen Rücklagen zu bringen. Ein bekannter Tipp, um in diese Beständigkeit reinzukommen, ist die sogenannte Zehn-Prozent-Regel, bei der jeden Monat gleich nach der Gehaltsauszahlung zehn Prozent des Nettoeinkommens aufs Sparkonto gepackt werden.

Sind diese zehn Prozent mit den anderen Ausgaben vereinbar?

Die erste Frage, die nach Nennung und Beschreibung der Regel aufkommt, ist meistens, wie sich die Sofortrücklage auf das monatliche Gesamtbefinden auswirkt. Angenommen, dass jemand 2.100 Euro netto ausgezahlt bekommt, was schon sehr gut ist, würde man sofort ganze 210 Euro auf ein Sparkonto legen und nicht mehr anfassen. Dazu kommen dann die normalen Ausgaben für Miete, Nebenkosten, Versicherungen oder Einkäufe. Gegebenenfalls kommen auch noch Kreditraten oder sonstige Positionen dazu. Bleibt also am Ende immer noch genug übrig, sodass man sich durch das Sofortsparen nicht einschränken muss? Warum macht man es sich nicht ohnehin einfacher und legt erst am Ende des Monats das zurück, was übrig geblieben ist?

Zur ersten Frage gehen wir als Antwort noch einmal genauer auf die Prozentsätze ein. Finanzexperten haben Prozentgrenzen definiert, die hinsichtlich der einzelnen Positionen in Bezug auf das Nettoeinkommen eingehalten werden sollten. Die Wohnkosten sollten beispielsweise nicht 33 Prozent des Nettoeinkommens übersteigen. Die Fixkosten insgesamt sollten nicht mehr als die Hälfte des Nettoeinkommens betragen. Somit bleiben ohne das Sparen bei unserem Beispiel wohl etwa 1.000 Euro übrig und alles, was bezahlt werden muss, ist bezahlt. Ziehen wir davon jetzt noch die 210 Euro ab, sowie beispielsweise 150 Euro für den monatlichen Einkauf, kommen wir auf 640 Euro, die übrig sind für Privates. Die monatsanfängliche Rücklage tut also nicht weh. Erst am Monatsende zu sparen, ist wiederum keine gute Idee, weil so keine Beständigkeit, Motivation und Skalierbarkeit in die Sache gelangt.

Tipp: Weitere Finanztipps auf unserer Seite finden Sie hier.

Rücklagen sind gut für die Bonität

Bei der Zehn-Prozent-Regel zum Sparen geht es nicht nur darum, einfach zu sparen und sich später etwas davon zu kaufen, sondern vielmehr darum, die eigene Bonität aufrecht zu erhalten und stetig zu verbessern. Wer irgendwann mal einen Kredit aufnehmen, eine neue Versicherung abschließen, den Handyvertrag wechseln oder einen neuen Stromanbieter aussuchen möchte, muss sich einer Bonitätsprüfung unterziehen. Sind die Werte dort schlecht, weil man seine Finanzen nicht allzu gut unter Kontrolle hat, bekommt man schlechtere Angebote oder gar Ablehnungen. Rücklagen sind also ein wichtiger Faktor für die Bonität; alles, was noch wichtig ist, finden Sie in diesem Artikel der WirtschaftsWoche. Es gibt also einen zusätzlichen wertvollen Nutzen für die Zehn-Prozent-Rücklage, weshalb sie sich umso mehr lohnt.

Bildrechte: ©istock.com/BrianAJackson

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