Es reicht!

Ich fand den Begriff „Ökofaschisten“ schon immer sehr grenzwertig. Aber obwohl ich ökologisch verantwortlich zu leben versuche und andere davon überzeugen möchte meine ich, dass die Aktion „Grüne Hausnummern“ in die Richtung des Ökofaschismus geht. Was steckt dahinter? Schon seit vielen Jahren zeichnen einzelne Gemeinden und Bundesländer Häuser von Anwohnern für nachhaltige Bauweise mit grünen Hausnummern aus. Zum Beispiel, wenn die Häuser Solaranlagen besitzen oder energie-effiziente Materialien zum Einsatz kommen. So weit, so fragwürdig. Und man kann es auch übertreiben:

In Vilshofen in Bayern dürfen Bürger ab 1. Januar eine grüne Hausnummer an ihr Haus hängen, wenn sie „nachhaltig“ leben.

In die Bewertung fließt u.a. ein, ob die Familien öffentliche Verkehrsmittel nutzen und ein E-Auto haben (am meisten Punkte gibt es, wenn man gar kein Fahrzeug besitzt). Die Initiative stammt von Grünen und Freien Wählern im Vilshofener Stadtrat.
Ist das noch sinnvolle Umwelt-Förderung oder schon Bevormundung der Bürger?

Der Vize-Generalsekretär der CSU, Florian Hahn zur BILD-Zeitung: „Zu Verbieten und Verderben gesellt sich nun noch Brandmarken – die Öko-Fundamentalisten verabschieden sich immer mehr von einer freien und liberalen Gesellschaftsordnung. China lässt grüßen!“

Christian Haase Bundesvorsitzender der Kommunalpolitischen Vereinigung der CDU/CSU, sieht es gelassener. Er warnt aber vor einer „Ausgrenzung“ jener, die sich Bio-Lebensmittel und eine BahnCard 100 nicht leisten können.

Ich finde es unerträglich, wenn sogenenannte Gut-Bürger, die die Kohle haben, alles mögliche für die Umwelt und die Gesundheit zu tun, auf andere, die weniger priveligiert sind, herabschauen. Plaketten an den Häusern die signalisieren: Hier wohnen die Guten sind einfach nur zum Kotzen. Die Zeiten von Plaketten und Juden- und anderen Sternen sollten doch bitteschön in der Gruselkammer der Geschichte verrotten.

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