Es gibt nichts Gutes…

Mahler meint am 22.09.15.
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Ich habe ein Déjà-vu. Es war 1987, da fuhr ich mit meinem vermeintlich sauberen Katalysator-Golf am Kohlekraftwerk Buschhaus nahe Helmstedt vorbei. Wenig später erfuhr ich, dass die Kraftwerksbetreiber die vorgeschriebene Rauchgasentschwefelungsanlage zwar bezuschusst bekamen, dafür 50 Millionen Mark Zuschüsse vom Land kassiert aber gar nicht eingebaut hatten. Dieses Kraftwerk war eine Dreckschleuder erster Güte. Dafür war immerhin mein Golf sauber. Dachte ich.
Jetzt doch wieder Golf. Aus Umwelt- und Vernunftgründen. Zum Glück kein Diesel. Sondern ein Strom-Benzin-Hybrid Modell. Und trotzdem traf es mich gestern wie ein Schlag. Ausgerechnet VW. Die Vorzeigemarke auf dem Weltmarkt – und seit diesem Jahr die Nummer 1 vor Toyota – die deutsche Vorzeigemarke in Sachen Solidität, Wertigkeit, ja und auch Verantwortung für die Umwelt. Betrug in großem Stil zu Gunsten des Profits und zu Lasten der Umwelt.
Ausgerechnet Deutschland. Musterland in Sachen Klimapolitik und Moralprediger in gleicher Sache. Minister Steinmeier forderte ausgerechnet gestern in Bangladesch, einem der größten Verlierer der Klimakatastrophe, mehr internationale Anstrengungen, um den anstehenden Weltklimagipfel in Paris vor dem Scheitern zu bewahren. Das soll er erst mal den Herren Winterkorn und Co. predigen, die deutsche Ingenieurskunst vor aller Welt lächerlich machen.
Was lernen wir daraus: Clean Diesel gibt es nicht, Blue Motion ist eine schwache Beruhigungspille und Mobilität verursacht Dreck. Außer mit dem Fahrrad. Obwohl – in der Herstellung des Drahtesels … Emissionen … Buschhaus … es ist zum Verzweifeln.

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