Erziehung durch Verbote?

Mahler meint am 18.02.2015
 
 
[display_podcast] Für mich ist sie heute, 0 Uhr angebrochen: Die trockene Zeit. Sieben Wochen kein Alkohol. Allerdings nicht erzwungen, sondern freiwillig. Selbsttest sozusagen. Kann ich es noch? Weil man sich allzu gerne in die Tasche lügt, gerade beim Alkohol. Gelegenheit macht Diebe und Gelegenheit macht Jugendliche Koma-Säufer. Also: Ab 22 Uhr gibt es einfach nichts mehr. An den Tankstellen zumindest. Und in den Supermärkten. Blöd nur, dass man die Kumpel nicht kontrollieren kann. Und die elterlichen Waffen- äh pardon Barschränke. Wo es Verbote existieren, gibt es auch immer kreative Ideen, diese zu umgehen. Beispiel Gurtpflicht: ganz Findige haben Wege gefunden, den Gurt hinter dem Sitz herumzuführen und einzurasten. Zum Ausrasten! Und die Sitzerkennung mittels Gewicht löst einen Piepser aus, der nervt. Manche Autos lassen sich nicht mehr starten, aber Elektronik kann man ja auch manipulieren. Maut-Bruchpilot Alexander Dobrint steht laut eigenen Aussagen der gesetzlichen Vorschrift einer Alkohol-Zündschlosssperre positiv gegenüber. Dieses Wortmonster misst den Alkoholgehalt in der Atemluft des Fahrers und verhindert ein Starten des Fahrzeugs. Der ADAC und die FDP werden widersprechen, soviel ist sicher. Nicht mehr „freie Fahrt für freie Bürger“ ist der Slogan, sondern „freie Fahrt für volle Bürger“.
Was lernen wir daraus? Durch Verbote kann man lediglich Trotz hervorrufen. Nur Überzeugungsarbeit und Einsicht trägt zu einer echten Verhaltensänderung bei. Jeder, der einmal versucht hat, Kinder zu erziehen, weiß das. Und im Übrigen gilt für Eltern wie für Politiker: Was nützt die ganze Erziehung, sie machen uns ja doch alles nach.
 
 

Erziehung durch Verbote?
Erziehung durch Verbote? bewerten:
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
1,00 von 5 Punkten, basierend auf 1 abgegebenen Stimmen.
Loading...