Einigkeit macht stark

Gestern wurde die Charme-Offensive des Vladimir Putin jäh unterbrochen.

Die Türkei holte einen russischen Kampfjet vom Himmel, turkmenische Rebellen schossen auch einen russischen Hubschrauber ab, der zur Bergung der Piloten angerückt war.

Vereint im Kampf gegen den IS? Das war bis gestern. Jetzt gibt es Säbelrasseln in der noch nicht wirklich geschmiedeten Anti-IS-Allianz.

Die Hände reiben sich die Vertreter des IS – und – wieder einmal Bashir Al Assad. Merke: um des größeren Zieles Willen muss sich jedes andere unterordnen – und sei es auf Zeit. Vorgemacht haben es die Alliierten Streitkräfte vor ziemlich genau 71 Jahren. Für ein halbes Jahr wurde der Ost-West-Konflikt ausgesetzt, um das große Ziel, die Welt von der Nazi-Diktatur zu befreien, zu erreichen. Natürlich kann und darf man das nicht 1:1 übertragen.

Und doch: wenn der sogenannte Islamische Staat gestoppt werden soll, dann ist jetzt genau dies angesagt. Alles andere – auch die Unterstützung für Assad muss hinter dem großen Ziel zurückstehen, nämlich den Vormarsch der Barbaren mit vereinten Kräften zu stoppen. Wenn man sich die Geschichte des Terrorismus ansieht – angefangen in Afghanistan in den 1980iger Jahren – war dies immer mit einem strategischen Ost-West-Konflikt verbunden.

Der Kampf um Hoheitsgebiete, um Öl, das stand im Vordergrund. Und so wurden von der einen Seite die Terroristen unterstützt, die von der anderen Seite bekämpft wurden. Damit muss jetzt Schluss sein. Die Bedrohung ist zu groß, um sich in amerikanisch-türkisch-europäischen Scharmützeln zu verzetteln. Es geht um nichts weniger als um eine neue, stabile Weltordnung – nach dem IS, nach dem wieder aufgeflammten kalten Krieg und nach dem Kampf Arm gegen reich.

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