Ein Paradies für Kinder!

Ich genieße es, jetzt als Rentner in meiner Kirchengemeinde mitarbeiten zu können. Nicht nur in Gremien und auf der Kanzel, sondern so richtig an der Basis. Seit 20 Jahren veranstaltet meine Gemeinde einen Winterspielplatz. Das bedeutet, dass von November bis März jede Woche der Kirchenraum ausgeräumt wird. Ein großer Indoor-Spielplatz und ein Cafe werden aufgebaut. Und am Ende der Woche wieder abgebaut. In dieser Saison arbeite ich mit – im Auf- und Abbau der Spielgeräte und des Bällebades und auch im Empfang und im Cafe. Vorgestern musste ich mal wieder das „Wegen Überfüllung können wir leider keine weiteren Gäste mehr aufnehmen“- Schild raushängen. Knapp 80 kleine Besucherinnen mit Eltern bringen uns an die Kapazitätsgrenze. Großes Erstaunen bei den Neuen: Wo muss ich den Eintritt bezahlen? Gar nicht, antworte ich. Hier steht ein blaues Schweinchen, da dürfen sie gerne eine kleine Spende reinstecken. Zum Entzücken der Kleinen – maximal 3 Jahre alt – grunzt das Schwein „dankeschön“ für jede Münze. Und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – machen die das alle ehrenamtlich? Ja, das ist so. Bis zu 80 Personen werden in jeder Saison gebraucht. Die Mütter und manche Väter sind dankbar. Im Winter fällt ihnen mit ihren Kleinen im engbebauten Kiez die Decke auf den Kopf. Uns als Kirchengemeinde ist es ein Anliegen, auf die Bedürfnisse der jungen Familien einzugehen. In unsere Kinder-Räume ist eine Großtagespflege eingezogen. Eine Erzieherin ist Christin, die andere Muslima. Denn wir wollen absichtslos für die Menschen im Multi-Kulti-Kiez da sein. Wenn manche der Kinder ihre Mütter dann auch in den Krabbelgottesdienst mitbringen, freuen wir uns. Warum macht ihr das alles? Fragten mich viele junge Mütter. Weil wir ihnen gerne etwas Gutes tun wollen. Das ist alles. Eine PR Maßnahme für unsere Kirche soll das nicht sein.

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