Ein Jahr Vertrauliche Geburt

Mahler meint am 26.08.15.
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Vor einem Jahr wurde in Deutschland die „Vertrauliche Geburt“ eingeführt – als Alternative zu den umstrittenen Babyklappen, die in einer rechtlichen Grauzone angesiedelt sind. Nach einem Jahr kann man eine erste Bilanz ziehen: 128 mal wurde die Möglichkeit der vertraulichen Geburt in Deutschland in eineinhalb Jahren in Anspruch genommen. In sechs Fällen haben die Mütter sich schließlich doch fürs Kind entschieden und die Anonymität aufgehoben. Das entspricht einer Quote von 0,5 %. Anders bei der Klappe: 5% der Mütter holen ihre Kinder wieder ab. Bei der vertraulichen Geburt werden die Daten der Mutter zentral registriert, mit 16 Jahren können die adoptierten Kinder etwas über ihre Herkunft erfahren. Bei den Babyklappen gibt eine solche gesetzliche Regelung nicht.
Hat also die anonyme Geburt die Babyklappe abgelöst? Nicht wirklich. Denn die Hürde, sich doch zum Ende der Schwangerschaft in gewisser Weise öffentlich zu machen und hartnäckig die Herausgabe der Krankenversicherungskarte zu verweigern ist ein Kraftakt, den sicherlich nur wenige Frauen schaffen – zumal in dieser besonderen Situation. Dafür hat die junge Mutter ein Jahr lang die Möglichkeit, ihr Kind doch noch zu sich nehmen – dann erst wird die Adoption durch Dritte rechtskräftig.
Trotzdem muss die Babyklappe bleiben. Als letzte Möglichkeit, Leben zu retten, das sonst in irgendeiner Mülltonne enden würde.
 
 

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