Ein Hoch auf die Menschlichkeit

Aus „ein bisschen Frieden“ ist „ein bisschen Krieg“ geworden. Soldaten nach Mali, Aufklärungsflugzeuge nach Syrien, ein Kriegsschiff ins Mittelmeer. Man wird sich den 26.11.2015 merken müssen.

Am 26.11.2015 durften wir aber auch einen Blick in die Geschichte werfen. „A Bridge of Spys“ findet seinen dramatischen Höhepunkt auf der Glienicker Brücke zwischen Potsdam und Wannsee. Meine morgendliche Joggingstrecke über Jahre ….
Gestern war Filmstart in Deutschland. Und ich habe einen großartigen Spielberg-Film gesehen mit einem überragenden Tom Hanks.
Aber bewegt hat mich eigentlich die Frage angesichts des gestrigen Kriegseintritts Deutschlands ob dieser Blick in die Geschichte eher etwas Verstörendes oder etwas Tröstliches hat. Ich habe mich für letzteres entschieden.

Der amerikanische Anwalt James B. Donovan und der russische Spion Rudolf Abel werden als unglaubliche Charaktere gezeichnet, die mitten in den politischen Wirrungen des kalten Krieges mit ebenso kaltschnäuzigen Akteuren in den USA, der UdSSR und der DDR etwas zeigen, was im Krieg, ob kalt oder heiß, in der Regel unter die Räder kommt: tief empfundene und gelebte Menschlichkeit.

Und so ist der Tenor dieses dramatischen Films der Ausspruch des russischen Spions aus Großbritannien Rudolf Abel „Ein aufrechter Mann“ – „A Standing Man“, den er Tom Hanks bzw. James B. Donovan widmet. Der kämpft wie ein Löwe um einen unbedeutenden amerikanischen Studenten, der sich während des Mauerbaus in Berlin verlaufen hat.
Und so wird es einem mitten im kalten Krieg warm ums Herz. Wer könnte das besser vermitteln als Forrest Gump bzw. Tom Hanks? Ob wir nach dem Syrien-Krieg auch solche Geschichten erzählt bekommen? Ich weiß es nicht. Heute ist erst mal Trauer angesagt. Trauer darüber, dass wir uns wieder im Krieg befinden.

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