Donald Trump: Mr. Unberechenbar

donald_trumpDer derzeitige US-Präsident polarisiert stärker, als es je einer seiner Amtsvorgänger tat. Gründe dafür gibt es genug, sei es sein unorthodoxen Politikstil, sein Wankelmut oder sein großes Ego. Nach den ersten knapp 3 Monaten seiner Amtszeit zeigt sich vor allem eins: Verlässliche Vorhersagen bezüglich seiner Politik zu treffen, ist nicht ganz einfach.

 

 

 

Erste Zwischenbilanz

 

Nach den ersten 100 Tagen Amtszeit wird in den USA traditionell eine erste Zwischenbilanz gezogen und analysiert, welche der Pläne ein neuer Präsident bereits umgesetzt hat. Wie so oft gibt es dazu allerdings mehr als eine Meinung. Die Washington Post erstellte zu diesem Zweck eine Übersichtsseite, auf der Trumps Versprechen mitsamt ihrem Umsetzungsfortschritt aufgelistet sind. Von 60 Versprechen hat er nach 103 Amtstagen 6 umgesetzt und 5 gebrochen, ein Großteil (34) wurde nicht einmal angegangen.

 

Objektiv betrachtet ist das nicht gerade eine berauschende Erfolgsquote. Trump sieht das Ganze allerdings ein wenig anders: Er lässt sich für das, was er erreicht hat, von seinen Anhängern feiern und will von Fehltritten nichts wissen – obwohl es davon aber auch abseits seines 100-Tage-Plans so einige gab.

 

Aus welchem Blickwinkel man die Sache auch betrachtet – Trumps Präsidentschaft wird sicherlich noch für einige Überraschungen gut sein, wenn die ersten 100 Tage die Richtung vorgeben.

 

Wetten, dass?

 

Denn eines steht mittlerweile fest: Der Mann ist eine Wundertüte. Als Trump im Juni 2015 offiziell ankündigte, für das Präsidentenamt zu kandidieren, hätte niemand darauf gewettet, dass es soweit kommen würde. Seine Art und Weise sorgte anfangs eher für kollektives Stirnrunzeln als dafür, als ernstzunehmender Kandidat angesehen zu werden. Seine Aussichten auf Erfolg hätten die meisten ähnlich hoch eingeordnet wie die des Vaters von Satirepolitiker Martin Sonneborn bei der diesjährigen Wahl zum Bundespräsidenten.

 

Das Resultat ist bekannt, es kam dann eben doch ganz anders. Ähnlich unberechenbar wie der Wahlausgang ist auch das, was Trump sagt bzw. tut. Bisher änderte er derart oft schlagartig seine Einstellung zu innen- und außenpolitischen Themen, dass realistische Prognosen kaum möglich sind.

 

Bleiben die USA in der UNO oder treibt Trump sein “America First” auf die Spitze und sorgt für einen Austritt aus solchen multinationalen Bündnissen? Schafft es Trump, die Wirtschaft anzukurbeln und steigt der Dow Jones nach der anfänglichen Trump-Euphorie an der Wall Street weiter? Wird Trump 2020 wiedergewählt? Bleibt er überhaupt bis dahin im Amt, oder leistet er sich im Laufe der nächsten 3 Jahre einen derart krassen Fehltritt, dass er seines Amtes enthoben wird?

 

Auf diese und andere mehr oder weniger dringliche Fragen gibt es noch keine Antwort – wenn man sich aber sicher ist, diese zu kennen, kann man beim Anbieter Interwetten darauf sogar wetten. Interessant dabei sind die Wettquoten der Buchmacher: Wer einen Euro darauf setzt, dass Trump nicht vorzeitig aus der Präsidentenrolle ausscheidet, bekommt gerade einmal 1,50 Euro ausgezahlt – dabei passierte Vergleichbares erst zweimal in der US-Geschichte: Nach dem Attentat auf John F. Kennedy 1963 und beim Rücktritt Richard Nixons 1974 – der wollte mit diesem Schritt übrigens einer Amtsenthebung zuvorkommen.

 

Bildrechte: Flickr Donald Trump Gage Skidmore CC BY SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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