Die Welt atmet auf.

Jetzt haben wir es schwarz auf weiß: Der Globus atmet 2020 einmal kräftig durch. Das liegt aber nicht an mehr Ökobewusstsein, sondern an der Pandemie. Wir versuchen ja krampfhaft, dieser Geißel der Menschheit etwas Positives abzugewinnen. Voila: Hier ist es. Der ökologi-sche Fußabdruck schrumpft in diesem Jahr.

Schuld ist die Pandemie. Der wirtschaftliche Lock-down, der deutlich reduzierte Flugverkehr, die Reiseeinschränkungen haben die CO2 Emissionen deutlich verringert.

Deshalb war der Erdüberlastungstag vorgestern, am 22. August und nicht wie in den Jahren zuvor schon Ende Juli. Im Klartext heißt das, dass wir vorgestern 100% der Ressourcen, die regenerierbar sind, aufgebraucht haben. Seit gestern leben wir auf Pump. Am Ende des Jahres werden wir 1,6 Erden verbraucht haben.

Corona hat uns hier einen – hoffentlich – heilsamen Schock versetzt. Aber: „Das diesjährige plötzliche Schrumpfen des ökologischen Fußabdrucks darf nicht mit Fortschritt verwechselt werden“, sagt Laurel Hanscom vom Global Footprint Network. „Wenn dies kein Einmaleffekt bleiben soll, müssen die Investitionen zur ökonomischen Erholung nach der Pandemie konse-quent an Nachhaltigkeit geknüpft werden“, ergänzt Steffen Vogel von Germanwatch. 1,6 Plan-ten verbraucht die Weltbevölkerung. Deutschland verbraucht 3 Erden, wenn man die biologi-sche Kapazität der Erde zum Aufbau von Ressourcen sowie zur Aufnahme von Müll und Emis-sionen dem Bedarf an Wäldern, Wasser, Ackerland und Fischgründen gegenüberstellt.

Fazit: Wenn die Pandemie überwunden ist, kann es kein Zurück zum Jahr 2019 geben. Das, was Corona erzwungen hat, muss auf freiwilliger Basis fortgeführt werden. Der ökologische Umbau muss weiter Fahrt aufnehmen. Damit die Erde so richtig durchatmen kann.

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