Die vergessenen Tragödien

Mahler meint am 06.03.2015
 
 
Tragödien begleiten uns – mehr oder weniger – durch die Tage und Wochen. Thema Ebola: eine gute Nachricht. In Liberia wurde der letzte Ebola – Patient gestern aus der Klinik entlassen – geheilt. Die schlechte Nachricht: Bisher 10.000 Tite, in Guinea und Sierra Leone ist die Seuche noch nicht gestoppt.
Thema Raif Badawi – inzwischen wissen nur noch wenige, wer das ist. Der saudische Blogger wurde zur drankonischen Strafe von zehn Jahren Haft, 1.000 Stockschlägen und einer Geldstrafe verurteilt worden, weil er in einem Internetforum den Islam beleidigt haben soll. Jetzt droht ihm neuerlich die Todesstrafe.
Bei Todesstrafen und vollstreckten Hinrichtungen liegt Saudi-Arabien nach Amnesty-Angaben hinter China, dem Iran und dem Irak weltweit auf Platz vier. 2014 seien mindestens 76 Menschen hingerichtet worden, im laufenden Jahr bereits 38 – teilweise durch öffentliche Enthauptungen.
Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel reist mit einer 80köpfigen Delegation nach Saudi Arabien und in andere Golf Staaten. Im Gepäck hat er hochranginge Wirtschaftsvertreter – klar, es geht um viel Geld. Die Saudis kaufen gerne deutsche Waffen und die Deutschen verkaufen sie dem Unrechtsstaat gerne. Auf die Frage, wie man Raif Badawi helfen könne, antwortete der Minister den wartenden Journalisten unwirsch: indem sei aufhören, Fragen zu stellen. Geheimdiplomatie nennt man das wohl – so geheim, dass es ausgehen wird wie immer: Panzer für Diktatoren, Folter und Tod für Kritiker. Pfui Teufel. Und den hab ich mal gewählt.
 
 

Die vergessenen Tragödien
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