Die Revolution im Wohnzimmer.

Es geschah an einem 13. Oktober. Genauer gesagt heute vor 46 Jahren. In Deutschlands Woh-nungen brach die Revolution aus. Vor diesem 13. Oktober ging Deutschland in viele verschie-dene Möbelhäuser. Am 13. Oktober 1974 kam ein Riese aus Schweden nach Deutschland. IKEA eröffnete in Eching bei München sein erstes Einrichtungshaus.

Seitdem hat Billy die Nation voll im Griff. Vor allem junge Ersteinrichter kauften Bücherregale, was der Geldbeutel hergab. Und der musste nicht einmal prall gefüllt sein. Möbel zum selber zusammenbauen für kleines Geld – das ist bis heute Ikeas Markenzeichen.

Ich habe 1977 meinen ersten eigenen Hausstand gegründet. In Hamburg war das – und da gab es noch keine IKEA Filiale. Aber dafür gab es andere skandinavische Möbel, die stabil und halt-bar waren. Beim ersten Umzug nach Süddeutschland war es dann soweit. Ikea hielt auch bei uns Einzug – und wir freuten uns über lustige Markennamen. Und das fängt schon beim Ge-bäck an. Kuchen heißt bei Ikea Kaka. Und im Ikea Restaurant aßen unsere Kinder nichts ande-res als Köttbullar. Was nichts anderes heißt Fleischbrötchen. Besonders in Pandemie-Zeiten macht die IKEA-Clobürste auf sich aufmerksam: die heißt treffend Viren. Und die Matratze Hamarfik ist natürlich auch nicht unzweideutig. Ebenso die Hut- und Schuhablage Lustfik. Und mit dem Stuhl Kimme höre ich dann auch auf. Jetzt wird es wirklich albern und nicht mehr lustig. Aber einen habe ich noch: Werdende Eltern gehen seit Jahrzehnten ins IKEA Möbel-haus, um angesagte Namen für den Nachwuchs abzugreifen: Der kleine Henry und die kleine Marie möchten aus dem Kinderparadies abgeholt werden. Wieder ein Problem gelöst. Oder soll der Kleine nicht doch lieber Billy heißen?

Die Revolution im Wohnzimmer.
Die Revolution im Wohnzimmer. bewerten:
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (Noch keine Bewertungen)
Loading...