Die Renten steigen

Wenn das als Reaktion auf die Unzufriedenheit des Volkes gedacht war, dann ist dieser Coup gelungen. Seit Monaten werfen AfD und Pegida der Regierung vor, sie kümmere sich nur noch um Flüchtlinge. Gestern die Nachricht, mit der Frau Nahles den Verdrossenen Protestwählern gleich mehrere Konten Wind aus den Segeln nehmen kann: die Renten steigen – so massiv wie seit 23 Jahren nicht mehr. 4,35% im Westen und 5,95% im Osten, wo die Mehrheit der Unzufriedenen wohnen.

 

Sicher ein richtiger Schritt, die Rentnerinnen und Rentner an der boomenden Wirtschaft teilhaben zu lassen. Ob dieser Schritt auch die Altersarmut bekämpfen hilft, wird abzuwarten sein. In einer Pressemitteilung weist die Linke darauf hin, dass die Renten im Zeitraum 2003 bis 2013 wegen der Kürzungsfaktoren im Westen um insgesamt 7,54 Prozentpunkte und im Osten um 6,28 Prozentpunkte hinter der Lohnentwicklung zurückgeblieben sind.

 

Des Weiteren wird sich nichts daran ändern, dass in der Zukunft das Rentenniveau hinter der Lohnentwicklung zurückbleiben wird. In ihren eigenen Prognosen geht die Bundesregierung davon aus, dass das Rentenniveau – also das Verhältnis von Renten zu Löhnen – von einst 53 Prozent (2001) auf 43 Prozent im Jahr 2030 sinken wird.

 

Deshalb bleibt es dabei: Wir brauchen eine Rückkehr zu einem Rentenniveau von mindestens 53 Prozent, damit die Rente endlich wieder den Lebensstandard sichern wird. Da tritt die Linke kräftig auf die Euphoriebremse, Frau Nahles.

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