Die Kohle gibt Hitze.

Ungläubig schaut die ganze Welt nach Australien. Die Dimensionen, die die Buschfeuer angenommen haben, sprengen jede Vorstellungskraft. Und heizen nicht nur den 5. Kontinent auf, sondern auch die Debatte um die Klimakatastrophe.

Gestern gab Ministerpräsident Scott Morrison erstmals zu, dass die Feuer etwas mit dem Klimawandel zu tun haben könnten. Bisher hat er das geleugnet, weil er – ähnlich wie Präsident Trump – Konsequenzen für die Industrie, die mit Hilfe von Kohlekraftwerken am Laufen gehalten wird, fürchtet.

Die Firma Siemens will bis 2030 klimaneutral sein. Und ist am Bau einer der größten Kohleminen der Welt beteiligt. Wo? Ausgerechnet in Australien. Fridays for Future und andere Klimaaktivisten protestieren. Mit Erfolg: Siemens Chef Joe Kaeser hat Fridays for Future Aktivisten Lisa Neubauer getroffen und will – O-Ton – das Projekt überdenken.

Dabei ist die Kohle gar nicht für Australien bestimmt. Bis zu 60 Millionen Tonnen des inzwischen ungeliebten schwarzen Goldes sollen jährlich nach Indien exportiert werden – Siemens soll die Zugstrecke für die Anbindung ans australische Schienennetz bauen.

Mehr als eine Milliarde Tiere sind schon in den Feuern umgekommen. Wissenschaftler sprechen schon vom „Ende der Evolution“. Auch hierzulande sind Tierschützer so verzweifelt, dass sie sich auf den Weg machen. Der Vorsitzende der Tierrettung Unterland in Württemberg, Jan Franke, will in den kommenden Tagen nach Australien reisen, zusammen mit Helfern anderer Tierrettungen.

Australien wird zu einem neuen Fanal in Sachen Klimawandel. Hoffentlich reicht es aus, um wirklich drastische und wirksame Schritte zur Umkehr einzuläuten – weltweit.

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