Die Impf-Millionäre.

In Deutschland kochen die Emotionen hoch, wenn es um die Impfungen von Kindern und Ju-gendlichen geht. Biontech wird EU-weit zugelassen. In den USA ist man schon einen Schritt weiter: Um der Impfmüdigkeit in der Bevölkerung entgegenzuwirken, werden Impfwillige be-lohnt. Nach Freibier, Geschenkgutscheinen und kostenlosen Doughnuts kann man für den Pieks bis zu einer Million Dollar gewinnen – in einer Lotterie. In Ohio beispielsweise kommt das Geld aus dem Corona Hilfspaket der Regierung. Jugendliche können ein Stipendium für vier Jahre an einer staatlichen Universität gewinnen. Und auf Dating-Plattformen darf man seinen Impfstatus angeben. Ergebnis: Geimpfte werden deutlich häufiger geklickt als Unge-impfte. Seit 10. Mai ist der Impfstoff von Biontech-Pfitzer für 12-15jährige in den USA freige-geben.

Wie man Unentschlossene bewegen kann, sich doch impfen zu lassen, machen uns die Ame-rikaner vor. Es geht offensichtlich nur mit Geld und Liebe. Dates und Gewinne – bessere Bil-dungschancen und die ersehnte Million – das soll auch den letzten Zauderer überzeugen.

Wie in Deutschland die Impfung von Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren anlaufen wird, bleibt abzuwarten. Ich hoffe, dass Argumente überzeugender sind als Gewinne. Der Benefit der Impfungen kann nur gesamtgesellschaftlich gesehen werden. Erst wenn wir die Her-denimmunität erreicht haben, können wir aufatmen. Hier im Land und auch weltweit.

Die Impf-Millionäre.
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