Die Faxen dicke.

Haben Sie eigentlich noch ein Festnetztelefon? Oder gar ein Fax-Gerät? Glückwunsch – dann sind sie hoffnungslos Old School. Wir haben in unserem Haushalt deutlich zu viel. Und nachts immer ein Festnetztelefon neben dem Bett liegen – wegen eventueller Notfälle in unserer großen Familie. Regelmäßig werden wir aus dem Schlaf gerissen – und zwar nicht wegen der eingetretenen Notfälle, sondern durch irgendwelche Gebrauchtwagenhändler, die unser Auto kaufen wollen. Die laufen auf die Faxnummer auf, das Fax ist schon lange nicht mehr angemeldet – dann stellt die Faxnummer eben auf eine Rufnummer eines Festnetzgeräts um. Gestern früh habe ich mich endlich in den Dschungel der Telekom-Seiten begeben und habe es tatsächlich geschafft, die Fax-Rufnummer dauerhaft zu blockieren. Für eine ungestörte Nachtruhe … Gelernt habe ich, dass es maximal drei Fernsehprogramme, ein Festnetztelefon und ein Fax gibt. Ende der Durchsage. Als ich 40 Jahre alt war, kam der erste Computer. Und dann das Handy, die die Mails, SMS, WhatsApp … und plötzlich war ich – ohne es je beabsichtigt zu haben – immer online, immer erreichbar. Wenn es bei uns Nacht ist, ist es anderswo Tag. Also: die Kontakte laufen 24/7. Ich kann mir nur noch helfen, indem ich mir selbst verordne, den Anrufbeantworter zu schalten, auch wenn ich da bin, das Handy und den PC auszuschalten und endlich wieder mal runterzufahren. Und: morgens nicht als erste Handlung Mails und Voicemails abzurufen, sondern gemütlich zu frühstücken, maximal ein guter Gedanke in den Tag und die Tageszeitung sind meine Begleiter. Und dann kommt alles Andere. Und abends mache ich den ganzen Kram wieder aus. Meine Seele dankt es mir.

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