Die Bauernopfer. Mahler meint am 23.10.2019

Ich bin davon überzeugt, dass Laktoseintoleranz, Gluten-Unverträglichkeit und andere Lebensmittelallergien darauf zurückzuführen sind, dass wir hemmungslos das manipulieren, was eigentlich unserer Gesundheit dient. Insofern wirkt es wie eine schlecht inszenierte Oper, was die Landwirte gestern in Deutschland und Frankreich aufgeführt haben. Unter dem Motto „Die Macht der Traktoren“ haben sie mal eben die Großstädte lahmgelegt. „Farmers for Future“ konnte man da lesen. Aber eigentlich kann die Zukunft nur Vergangenheit heißen. Damit wir uns recht verstehen: Die Bauern sind Opfer. Bauernopfer sozusagen. Ich spiele mit meinen Enkeln Schach. Und habe verstanden, dass man gelegentlich einen vermeintlich kleinen, also einen Bauern opfert, um den König und die Dame nicht zu gefährden das Spiel zu gewinnen. König und Dame haben den Bauern verordnet, Flächen zu vergrößern, Pestizide und andere Düngemittel einzusetzen, um rentabel zu wirtschaften. Herausgekommen sind Lebensmittel, die weniger dem Leben als mehr der Pharmaindustrie dienen – nach der Melodie: je kränker die Welt desto reicher die Schweiz. Wenn jetzt Forderungen der Umweltschützer laut werden, man müsse die Landwirtschaft so betreiben, dass keine Insekten und Bienen sterben, das Grundwasser nicht verseucht wird und Lebensmittel nicht GEN-manipuliert werden, dann ist das zunächst einmal richtig. Farmers for Future: Ja! Aber die Zukunft kann nur sein, dass wir die Landwirte in die Lage versetzen, regional und natürlich zu produzieren, den heimischen Markt zu schützen und den großen Lebensmittelkonzernen Einhalt zu gebieten. Was wir dazu beitragen können? Wir können Politik mit dem Einkaufskorb machen und bio und regional einkaufen. Und auf dem billigsten Lebensmittelmarkt Europas bereit sein, dafür angemessene Preise zu zahlen. Dann werden wir auch gezielter einkaufen und nicht 40% der Lebensmittel in den Müll schmeißen. Nur dann haben unsere Landwirte eine Zukunft und unsere naturbelassenen Äpfel auch.

Die Bauernopfer. Mahler meint am 23.10.2019
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