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Deutschland, einig Vaterland. Mahler meint am 14.9.2017

Gestern Abend habe ich eine Wahlkampfveranstaltung moderiert. Der Saal war erstaunlich gut gefüllt in der Katholischen Kirche. Auf dem Podium: CDU, Grüne und Linke. Die SPD-Kandidatin hatte leider einen Doppeltermin gebucht und war nicht erschienen. Wir hatten uns auf die Parteien im Bundestag beschränkt.

 

Solidarität war das Thema und Kirche und Politik. Soviel Einigkeit war selten. Alle wollen mehr soziale Gerechtigkeit. Alle wollen mehr bezahlbaren Wohnraum. Alle wollen prekäre Beschäftigungsverhältnisse abschaffen. Ich musste schon sehr ins Detail gehen – Beschränkung der Leiharbeit, Tarifeinheit, sozialer Wohnungsbau, Mietpreisbremse.

 

Das Selbe beim Thema Religion. Keiner hat ein schlechtes Verhältnis zu den Kirchen,

alle wollen sich für alle Religionen einsetzen, auch für den Islam, alle wollen die Trennung von Kirche und Staat.

 

Ich musste gestern mehrfach die Frage an die Regierungsparteien stellen, warum sie nicht mehr das tun, was in den Wahlprogrammen steht. Politikverdrossenheit und das Abwandern zu radikalen Parteien entsteht nicht dadurch, dass sich Menschen nicht für Politik interessieren. Das habe ich gestern Abend wieder gesehen.

 

Sondern dass das, was im Wahlkampf versprochen hat mit Realpolitik herzlich wenig zu tun hat. Also: Kante zeigen, weg vom Merkel-Schulz-Kuschelkurs – mit einem Wort: Glaubwürdigkeit. You must practise what you preacht hat schon der alte Bob Dylan gesagt.

 

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