Deutsch-Polnisches Tauwetter

Das hätte vor 25 Jahren kaum jemand für möglich gehalten: Friedlich feiernde Fans aus Polen und Deutschland in Frankreich. Gut, das Spiel endete nach dem Nicht-Angriffspakt über 90 Minuten auch 0:0 – keiner hat dem Anderen wirklich weh getan.  Und beiden Nationalmannschaften marschieren gleichauf friedlich-schiedlich ins Achtelfinale.

 

Heute vor 25 Jahren war’s frostig. Helmut Kohl und Krzysztof Bielecki unterzeichneten den Deutsch-polnischen Freundschaftsvertrag. Der vorläufige Schlusspunkt über eine dunkle Geschichte, in der Polen ein ums andere mal als Spielball zwischen Russland und Deutschland auf der Landkarte hin- und hergeschoben wurde.

 

Friedlich wars noch lange nicht an der Basis. Ich erinnere mich an Bilder, als der deutsche Skispringer Sven Hannawald in der Hölle von Zakopane von 70.000 fanatischen Polen ausgepfiffen und auch angespuckt wurde. Hannawald siegte im ersten, Adam Malysz im zweiten Springen. Also ein 1:1 – Unentschieden wie gestern Abend.

 

Ein wenig traurig ist, dass die rechtskonservativen Regierungskräfte in Polen dabei sind, die positive Entwicklung wieder kaputt zu machen. Kaczynski spricht immer noch von arroganten Deutschen, die die polnischen Hinterwäldler auslachen. Das mag die Stimme eines einzelnen sein – Fakt ist aber, dass durch die rechts-nationale Ausrichtung Polens das zarte Pflänzchen Freundschaft zu unseren direkten Nachbarn im Osten in der Zuluft der Propaganda zu erfrieren droht.

 

Tun wir was dagegen!

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