Der zweitbeste Lehrer. Mahler meint am 21.10.2019

Vor lauter Brexit-Gedöns wäre er fast untergegangen – der Tod von Erhard Eppler. Auf seiner Homepage steht schlicht: Erhard Eppler ist am frühen Morgen des 19.10.2019 in seiner Heimatstadt Schwäbisch Hall nach kurzer Krankheit sanft eingeschlafen. Der SPD-Politiker war in meinen politisch prägenden Jahren von 1968 bis 1974 Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit. Er prägte die Friedensbewegung der 1980iger Jahre. In Mutlangen, wo ich mit meiner Initiative Shalom gegen die Atomraketen der USA demonstrierte, habe ich ihn häufig angetroffen. Erhard Eppler war ein kluger Kopf. Er war Gymnasiallehrer in meiner Heimatstadt Schwenningen am Neckar, bevor er in die Politik ging. Erhard Eppler war einer der prägenden Köpfe der Sozialdemokraten und prägte auch den linken Flügel der evangelischen Kirche, wo er mehrfach Kirchentagspräsident war.   Aber Erhard Eppler war für mich vor allem eines: er war Lehrer. Und zwar ein guter. Mit ungeheurem Weitblick sprach er über Entwicklungen, die am Horizont heraufziehen. So sagte er: „Ich hab Anfang der 70er immer gesagt, Leute, wenn wir nicht mehr für Afrika machen, dann kommen wir unter einen Einwanderungsdruck, der uns zum Polizeistaat machen kann, aber es hat kein Mensch zugehört.“ Heute hat sich seine prophetische Rede erfüllt – aber jetzt kann ihm niemand mehr zuhören. Ein Visionär und Mahner ist von uns gegangen. Für mich war Erhard Eppler der zweitbeste Lehrer. Der beste ist sein und mein Vorbild: Der Rabbi – zu deutsch Lehrer – Jesus aus Nazareth. Dessen Ethik der Liebe, der Gerechtigkeit und des Friedens sind wir beide gefolgt.

Der zweitbeste Lehrer. Mahler meint am 21.10.2019
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