Der Traum von einer besseren Welt.

„Als der Mensch unter den Trümmern seines bombardierten Hauses hervorgezogen wurde, schüttelte er sich heftig und sagte: nie wieder! Jedenfalls nicht gleich.“ Günter Kunert hat uns dieses Bild für ein „Danach“ gegeben. Danach wird es anders. Das sagen jetzt auch viele, die fest davon überzeugt sind, es könne nicht so weitergehen, wenn wir die Pandemie besiegt haben. Dann werden wir anders leben, so viel ist sicher. Das mit „Nie wieder Krieg“ hat sich leider nicht bewahrheitet. Die Vereinten Nationen, die dafür stehen sollten, dass das „Nie wieder“ Wahrheit wird, konnten den gierigen Menschen nicht in Schach halten. Was wäre das „Nie wieder“ 2021? Nie wieder hemmungslose Ausbeutung des Planeten? Kein weiter – schneller – höher mehr für Wenige und der Absturz in Hunger und Armut für viele?

In Krisenzeiten träumt der Mensch einer anderen Welt. Einer besseren, einer gerechteren, einer Welt, in der das Haben nicht mehr wichtiger ist als das Sein.

In der Krise nach Nine Eleven gab es viele Stimmen, die sagten, dass es nicht genügen würde, den Terrorismus zu bekämpfen, sondern dir Ursachen, die junge Männer den Terrororganisa-tionen in die Arme treiben. In der Flüchtlingskrise – wir sind nebenbei noch mitten drin – gibt es die mahnenden Stimmen derer, die sagen, wir müssen die Fluchtursachen bekämpfen und nicht die Flüchtlinge. In der Corona-Krise ist das Meer um Venedig sauber. In Stuttgart gibt es keinen Feinstaubalarm mehr und über Chinas Industriemetropolen kann man nach langer Zeit wieder den Himmel sehen. Es kann kein weiter so geben, sagen wir. Ob es uns jetzt endlich gelingt, das Menetekel an der Wand zu lesen und zu deuten? Hat der Mensch eine Chance, die Welt wirklich zu einem besseren Ort für alle zu machen?

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